Gewaltprävention

Die VSI Selbstverteidigungsgruppe präsentiert Methoden zur Selbstverteidigung
Gewalt verschärft Armut, zerstört soziale Netzwerke und Infrastruktur. Gewalt und gewaltsame Konflikte verhindern Entwicklung. Sie führen zu Traumatisierung der Bevölkerung und vernichten die Lebensgrundlagen der Menschen. In den Projektländern von terre des hommes schweiz ist Gewalt eines der primären sozialen Probleme.
Der Übergang von der Kindheit zum Erwachsenleben ist oft ein schwieriger Prozess. Die Entwicklung des konstruktiven oder destruktiven Potentials von jungen Erwachsenen hängt unter anderem davon ab, wie sie in dieser sensitiven Phase behandelt werden. Mangelnde Einbindung kann junge Menschen dazu bringen, gewalttätig aus der Isolation auszubrechen.
Junge Leute in Entwicklungsländern haben oftmals wenig Ausbildung und Arbeitsmöglichkeiten. Ihre Handlungen sind oftmals Reaktion auf mangelnden Status. Frustration über Arbeitslosigkeit, fehlende Perspektiven und Anerkennung führen zu Gewalt.

Vorurteil gewalttätige Jugendliche
Ist von Jugendgewalt die Rede, so geht es meist um gewalttätige Jugendliche. Es wird häufig vergessen, dass gerade Jugendliche oft Opfer von Gewalt sind: Häusliche Gewalt, Bandenwesen, ausbeuterische Arbeit, Zwangsheirat, Frühschwangerschaften, Zwangsrekrutierungen, sexueller Missbrauch, Gewalt an Mädchen und jungen Frauen – dies alles sind Formen von Gewalt, mit denen Jugendliche in den Projekten von terre des hommes schweiz konfrontiert sind.

Ansatz auf mehrere Ebenen
Konflikte sind unvermeidbar. Sie gehören zur menschlichen Co-Existenz und sind nötig für Veränderungen. Entscheidend ist, dass sie nicht gewaltsam ausgetragen werden. Gerade im Arbeitskontext von terre des hommes schweiz ist es wenig sinnvoll, im reinen Opfer-Täter-Verhältnis zu denken. Ein integraler Ansatz ist gefragt, der Gewalt in der Gesellschaft auf mehreren Ebenen bearbeitet:
 
  • Individuelle Ebene: das Selbstwertgefühl der Jugendlichen und ihre sozialen Fähigkeiten werden gestärkt, sie lernen ihre Rechte kennen und einfordern.
  • Gemeinschaftsebene: die Gemeinschaft soll ihre Verantwortung wahrnehmen, sie eruiert die Gründe für Gewalt und enttabuisiert sie.
  • Gesellschaftsebene: hier geht es um politische Strategie und Gesetzgebungen. Zum Beispiel die Ächtung und strafrechtliche Verfolgung von häuslicher Gewalt oder ein Jugendstrafrecht, das nicht nur auf Repression, sondern auch auf Reintegration ausgerichtet ist.
Junge Männer beim Malen.

Psychosoziale Unterstützung

Armut, Gewalt und Krankheiten sind psychische Belastungen, die Menschen traumatisieren können. Durch psychosoziale Unterstützung können sie diese Situationen verarbeiten und ihr Leben in die Hand nehmen. Dies gilt zum Beispiel für Kinder und Jugendliche, die ihre Eltern durch HIV/Aids verloren haben.