Youth2Youth in Zentralamerika

Youth2Youth wird international

Ein Jugendlicher bemalte seine Hand für die Gestaltung seiner Bodymap.
Youth2Youth in Nicaragua - das Erfolgsmodell ist in Zentralamerika angekommen
Im südlichen Afrika wird das Youth2Youth-Modell seit 2008 erfolgreich umgesetzt. In den Youth2Youth-Ausbildungen werden Jugendliche befähigt, andere Jugendliche mit dem lösungsorientierten Ansatz zu unterstützen. Dabei hat sich der lösungsorientierte Ansatz in seiner einfachen, praktisch umsetzbaren Art bewährt. Die positive Haltung ist hierbei die wichtigste Voraussetzung für einen nachhaltigen Erfolg. Sie geht davon aus, dass JEDE und JEDER Fähigkeiten und Ressourcen besitzt, die gefördert werden können. Die Themen und Lösungen kommen von den Betroffenen und die Begleitung ist für den Verlauf des Prozesses verantwortlich. Dadurch wird das kulturelle, soziale und politische Verständnis der Betroffenen respektiert und in die Lösung integriert.

Austausch zwischen Südländern
terre des hommes schweiz arbeitet seit Jahren auch in Zentralamerika mit Partnerorganisationen zusammen. Nach dem grossen Erfolg im südlichen Afrika war es uns ein wichtiges Anliegen die Arbeit mit Youth2Youth auch in Zentralamerika fortzusetzen. Ausserdem fördert terre des hommes schweiz den Süd-Süd-Austausch, indem Wert darauf gelegt wird, dass sich die Verantwortlichen aus Afrika und Zentralamerika regelmässig austauschen.

Neue Perspektiven und gefestigtes Selbstverständnis

Anfang Juni 2012 hat der erste Pilotkurs in Nicaragua seinen Abschluss gefunden. In drei Modulen, die über mehrere Monate verteilt waren, lernten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer neue Wege andere Jugendliche zu begleiten. Als zentrale Fortschritte dieses ersten Kurses für Jugendliche aus Zentralamerika sehen wir, dass die Teilnehmenden neue Perspektiven entwickeln, ihr Selbstverständnis festigen und ihre Position innerhalb der Partnerorganisation stärken konnten, weil sie in ihren Fähigkeiten und Kompetenzen (an)erkannt werden. Nicht zuletzt werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch in ihrem sozialen Umfeld neu wahrgenommen.

Neuer Blickwinkel
Zum Abschluss dieses Pilotkurses hat terre des hommes schweiz mit zwei jungen Frauen über ihre Erfahrungen mit diesem Kurs gesprochen und sie gefragt, was ihnen der lösungsorientierte Ansatz bedeutet.

Hilda Daniela López, 22-jährig

Hilda ist Absolventin eines Youth2Youth-Kurses
Sie ist Facilitatorin (soziale Animatorin, Begleiterin) für Kinder und Jugendliche zur Stärkung der schulischen Leistung beim Club Infantil (arbeitende Kinder), in Jinotega/Nicaragua. Als arbeitendes Kind lernte sie damals den Club kennen. Nach dem Einstieg als Freiwillige arbeitet sie jetzt in einer Festanstellung.
Was bedeutet der lösungsorientierte Ansatz für Dich?
Der lösungsorientierte Ansatz ist für mich ein magischer Ansatz, den ich auf persönlicher und beruflicher Ebene anwenden kann. Ich habe damit Lösungen für viele Belastungen gefunden und mich durch die lösungsorientierte Haltung in meiner Persönlichkeit weiterentwickelt.

Der lösungsorientierten Ansatz hat Dich überzeugt?
Ja, denn ich habe die wirksamen Veränderungen am eigenen Leib erfahren und stehe deswegen voll und ganz hinter diesem Ansatz.

Was hat sich mit dieser Ausbildung verändert?
Vorher habe ich vor allem Probleme gesehen und alle schwierigen Herausforderungen als Probleme abgestempelt. Jetzt steht mir eine ganze Anzahl von lösungsorientierten Instrumenten zur Verfügung. Deswegen fühle ich mich nicht mehr hilflos, denn ich weiss jetzt, wie ich Fragen stellen kann, damit die Kinder und Jugendlichen erkennen können, dass die Lösung in ihnen selbst steckt. Inzwischen habe ich schon oft erlebt, wie Jugendliche, die ihre Stärken erkennen, sich Ziele setzen können und auf diese Ziele dann Schritt für Schritt zugehen.

Krissia Guadalupe Aquino, 27 Jahre

Krissia ist Absolventin des Youth2Youth-Kurses in Nicaragua.
Sie arbeitet bei Las Melidas in El Salvador (Organisation für die Gleichberechtigung von Mädchen und Frauen). Begonnen hat sie als Freiwillige für Mädchengruppen bei Las Melidas und ist jetzt Projektleiterin für Gemeindearbeit mit Erwachsenen in Chalatenango. In ihrer Freizeit ist betreut eine Mädchengruppe.
Wie bewertest Du Deine abgeschlossene Ausbildung?
Der Lösungsorientierte Ansatz war für mich ganz neu und hat mich auf allen Ebenen bereichert. Ich habe ganz neue Methoden kennengelernt. Aber es sind nicht nur Methoden, sondern es ist auch eine Haltung, eine Art zu leben, die sich auf die positiven Lösungen konzentriert.

Wie hat das Kursprogramm auf Dich gewirkt?
Das ganze Programm von Modul 1 bis 3 verstehe ich als einen Prozess. Die Themen, die wir bearbeitet haben, waren nicht nur wichtig für mich persönlich, sondern auch für meine Arbeit mit den Jugendlichen. Sehr schön war dabei, dass ich mich stets begleitet gefühlt habe.

Wie wirkt sich Dein neues Wissen bei der Arbeit aus?
Bisher habe ich die Probleme der Jugendlichen zwar genau analysieren können, doch kam ich dann aber oft nicht mehr weiter als bis zu diesem Punkt. In dieser Ausbildung habe ich gelernt positive Wege zu suchen. Die Jugendlichen, mit denen ich arbeite, haben viel Gewalt und Missbrauch erlebt. Ich kann sie jetzt begleiten und ihnen dabei helfen, wieder Vertrauen zu schöpfen und Änderungen zu bewirken. Das ist der sehr grosse Unterschied, der das Positive wieder zum Vorschein bringt.
 
Das letzte imagine international Festival fand in Kenia im Jahr 2011 statt.

imagine international

Seit dem Jahr 2005 gibt es das imagine-Festival nicht nur in der Schweiz. Das erfolgreiche Projekt auch in anderen Länder Anklang gefunden. So zum Beispiel auch in Kenia 2011.

Mehr Informationen erhalten auf unserer Seite zu imagine international.