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Die Welt in Büchern

Lesen und Schreiben zu können sind weltweit die Grundkompetenzen für gute Bildungs- und Berufschancen. Was aber, wenn Bücher und Schulmaterial Mangelware sind und 20 Kinder ein Schulbuch teilen müssen? Im tansanischen Geita ist das Alltag. Darum initiierten terre des hommes schweiz und Baobab Books das Projekt «The World in Books»: Lehrkräfte und SchülerInnen stellen dabei ihre Bücher selbst her. Im ersten Jahr kreierten sie über 3000.

Der Alltag der Kinder und Jugendlichen in Geita im Nordwesten Tansanias ist grundverschieden von dem europäischer SchülerInnen. Die Gegend ist arm. An den Schulen fehlen Schreibmaterial und Hefte ebenso wie Lehrkräfte. An einer Schule zum Beispiel unterrichten 30 LehrerInnen 1800 Kinder. Bücher und Bibliotheken gibt es kaum. Nicht selten teilen sich 20 Kinder ein Buch. Deshalb lancierte terre des hommes schweiz zusammen mit Baobab Books und dem tansanischen Bilderbuchautor John Kilaka in Geita das Projekt «The World in Books» – «Die Welt in Büchern».

Die eigene Welt in 3000 Büchern
Die Grundidee ist einfach. Lehrkräfte und Schulkinder stellen ihre eigenen Bücher her. Dabei erwerben sie neue Kenntnisse (von der Recherche und dem Schreiben der Geschichten bis hin zum Buchbinden mit Nadeln und Faden). Zugleich verbessern sie ihre Lese- und Schreibfähigkeiten – ein bedeutender Faktor in einem Land, wo der Analphabetismus auf 27 Prozent angestiegen ist.

Das Projekt ist vor einem Jahr mit Erfolg gestartet, wie Irene Bush von terre des hommes schweiz und Sonja Matheson von Baobab Books im Januar 2011 anlässlich ihres Besuchs bei der Partnerorganisation Nelico feststellten. Denn es sind bereits über 3000 Bücher entstanden. An einer Schule führte das Projekt sogar zur Gründung einer mobilen Bibliothek.

33 Lehrkräfte sowie Jugend- und Sozialarbeiterinnen lernten an einem Seminar Unterrichtsmethoden kennen, um Kinder und Jugendliche beim Sammeln und Schreiben von Geschichten anleiten zu können. Danach trugen ihre SchülerInnen an zehn Schulen Erzählungen zusammen, die sie zu Büchern verarbeitet. Einige berichten von eigenen, manchmal traumatischen Erlebnissen und Lebenssituationen. Andere fragten Eltern und Grosseltern nach überlieferten Geschichten. Gegenstand vieler Berichte sind aber auch erfundene Geschichten oder Unterhaltungs- und Sachthemen, wie die Musikstars, das Land Tansania oder die Biographie des Präsidenten. «Die Büchlein sind ein Spiegelbild des Lebens und der Gesellschaft in Geita», so Sonja Matheson.

Mit dem Workshop im Januar 2011 schlossen terre des homes schweiz und Baobab Books die Pilotphase ab. «Für die Vernetzung ist gesorgt und mit der Vermittlung von Grundwissen zur Einrichtung und der Organisation von Bibliotheken schliessen wir den Kreis», erläutert Matheson. Der langfristige Erfolg von «The World in Books» liege darin, dass Lehrkräfte, Eltern, Schulbehörden sowie die Organisation Nelico nun die Eignerschaft über das Projekt übernehmen.

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