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Staudamm-Projekt bedroht Menschen und Umwelt

Eine Fallstudie zu Menschenrechtsverletzungen sozialer Bewegungen belegt auch für Brasilien schwerwiegende Repressionen gegenüber sozialen AktivistInnen und indigenen Gemeinschaften. Tatsächlich konnte in den letzten Jahren in Brasilien durch das staatliche Null-Hungerprogramm die absolute Armut reduziert werden, - aber auf Kosten der armen ländlichen Bevölkerung. So werden durch riesige Zuckerrohr-Monokulturen, die zur Produktion von Agrosprit dienen, und durch grosse Staudämme zig tausend Menschen vertrieben. Die Staudämme haben katastrophale ökologische und soziale Folgen.

Für die Repressionen sind nicht nur Grossgrundbesitzer verantwortlich, auch der Staat ist daran beteiligt. Beide schrecken nicht vor Gewalt und Auftragsmorden zurück. Dies erfuhr auch unsere Partnerorganisation CPT. Sie erlebte, wie das Dort Tambauzinho mehrmals niedergebrannt und Felder plattgewalzt wurden.

Sehr aktuell ist das riesige Bauprojekt für den Staudamm Belo Monte am Xingu-Fluss im Amazonasgebiet. Neben den befürchteten sozialen und ökologischen Auswirkungen steht der gesamte Bewilligungsprozess auf so wackligen Beinen, dass die Interamerikanische Kommission für Menschenrechte die Suspendierung des Prozesses fordert. Dass die indigene Bevölkerung nicht in das Bewilligungsverfahren und die Planung einbezogen wurde, widerspricht im Übrigen der brasilianischen Verfassung. 

An einem Treffen zwischen Verantwortlichen für den Staudamm und einer Gruppe von Leuten, die im Einzugsgebiet des geplanten Damms leben, wurde klar, was zu erwarten ist, falls das Projekt realisiert wird. Der Verantwortliche erklärte, dass der Damm wie ein Wasserhahn funktioniere. Man kann ihn auf- und zudrehen. Ein anwesender Mann meinte darauf, dass, wenn man den Hahn zudrehe, sich das Wasser aufgrund des niedrigen Pegels so aufwärme, dass die Fische sterben würden. Die Antwort des Staudamm-Verantwortlichen: Aber wenn man den Wasserhahn aufdreht, dann gibt es weniger Wasser für die Energiegewinnung.

terre des hommes schweiz hat gemeinsam mit anderen Organisationen einen Brief an drei Firmen verfasst, die am Projekt beteiligt sind.