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Gewaltprävention und Konfliktbearbeitung

Die Zunahme von Armut und von gesellschaftlichen Unterschieden, der Kampf um Land und natürliche Ressourcen, die Diskriminierung von Minderheiten so wie schwache oder korrupte staatliche Strukturen können zu gewalttätig ausgetragenen Konflikten führen. Gewaltkonflikte wiederum verschärfen die Armut, zerstören soziale Netze und Infrastrukturen, führen zur Traumatisierung der Bevölkerung und vernichten bestehende Lebensgrundlagen, wie auch die Fortschritte, die durch die internationale Entwicklungszusammenarbeit erreicht wurden.

Heute ist bekannt, dass aber auch die Entwicklungszusammenarbeit selbst Konflikte verstärken oder gar neue Spannungen und Konflikte fördern kann. Um das zentrale Anliegen der Entwicklungszusammenarbeit, insbesondere die Armutsminderung und die nachhaltige ökonomisch, soziale und politische Entwicklung erreichen zu können, braucht es eine konfliktsensible Herangehensweise. Das heisst, in Projekten müssen kulturelle, soziale, ökonomische und politische Wirkungen und Nebenwirkungen verstanden und beobachtet werden, um negative Folgen und konfliktverschärfende Wirkungen  zu vermeiden.

Diese Prinzipien gelten nicht nur auf nationaler und internationaler Ebene, sondern auch auf der Mikroebene: dem Dorf, der Provinz, der lokalen Gemeinschaft – jener Ebene, auf der terre des hommes schweiz in Zusammenarbeit mit ihren lokalen Partnerorganisationen tätig ist und in einer Vielfalt von Projekten einen Beitrag zur Überwindung von Armut, Ausbeutung und Gewalt leistet.

Jugend und Gewalt
Jugendgewalt wird in der Öffentlichkeit in erster Linie dahingehend thematisiert, dass die Jugendlichen als Täterinnen und Täter wahrgenommen werden. Dabei wird häufig vergessen, dass gerade Jugendliche sehr oft Opfer von Gewalt sind: in der eigenen Familie, in der Schule, in der Arbeitswelt, auf der Strasse, als Kindersoldaten im Krieg und so weiter. terre des hommes schweiz unterstützt deshalb vor allem Projekte, welche die Gewalt gegen, wie auch die Gewalt von und unter Jugendlichen durchbrechen wollen.

Dabei wird darauf geachtet, dass die Jugendprogramme eine soziale und ökonomische Integration der Jugendlichen ermöglichen und gleichzeitig Vergangenheitsbewältigung, Friedenserziehung oder ähnliche Massnahmen durchführen. Die Jugendlichen sollen ihren Lebensentwurf aktiv mitgestalten können. Diese Programme sind als Beitrag zur Gewaltprävention und Konfliktbearbeitung zu sehen, auch wenn sie im Bezug auf den übergeordneten Konflikt als Einzelnes vielleicht nicht mehr als Sand im (Konflikt-)Getriebe sind.

Auch in der Schweiz beschäftigt sich terre des hommes schweiz mit dem Thema Jugend und Gewalt und lancierte die Kampagne Jugendliche gegen Gewalt, bei der sich Jugendliche selbst gegen Gewalt jeglicher Form engagieren konnten.   

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AKTUELLE KAMPAGNE

Jugendliche gegen Gewalt
Gewalt gegen Jugendliche
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Gewalt

Neben der direkten, physischen Gewalt gibt es auch indirekte, strukturelle und kulturelle Gewalt.

Mit indirekter Gewalt werden jene nicht beabsichtigten Effekte von gewaltlosen Handlungen bezeichnet, welche genauso schädlich sein können wie direkte Gewalt (z.B. hohe Säuglingssterberate als Folge von Wirtschaftssanktionen).

Strukturelle Gewalt entsteht dann, wenn soziale, politische und wirtschaftliche Strukturen zu ungerechter Machtverteilung zwischen verschiedenen sozialen Gruppierungen und zu Abhängigkeit führen oder als solche wahrgenommen werden. Dazu gehören Armut, Rassismus und Sexismus.

Kulturelle Gewalt bezieht sich auf sozio-kulturelle und politische Mechanismen, welche die direkte und die strukturelle Gewalt legitimieren.


Projektbeispiele

Kolumbien
Frauen und Mädchen verarbeiten ihre Gewalterlebnisse
Download Projektbeschrieb (pdf)


Nicaragua
Jugendliche gegen Gewalt
Download Projektbeschrieb (pdf)


Südafrika
Unterstützung für Kinder und Jugendliche, die von Gewalt betroffen sind
Download Projektbeschrieb (pdf)