Ständig ordnen wir Menschen ein, belegen sie mit Pauschalurteilen, grenzen sie aus. Dabei vergessen wir gerne: Andere ausgrenzen heisst auch immer sich selbst ausgrenzen. Wir sind immer TäterInnen und Opfer. Jeder und jede ist mit verantwortlich, wenn rassistisches Verhalten zur Norm wird. Deshalb muss die erste Frage immer lauten: Wo ist meine Verantwortung? Antworten sind immer schnell zur Hand. Aber haben wir uns die richtigen Fragen gestellt?
Wir können den Rassismus nicht abschaffen. Aber wir können ihn aus seinem Kreislauf von vorgegebenen Fragen und Antworten befreien, der nur eines zum Ziel: Selber besser dazustehen als die anderen. Ein wirklich Fragender ist nie unwissend, er schafft neue Kreisläufe, überschreitet Grenzen. Lassen wir uns verunsichern! Verunsicherung schafft Raum für Kreativität. Und die brauchen wir, um den Rassisten, die Rassistin in uns zu überwinden. Stellen wir uns den Antworten, in dem wir zu Fragenden werden!
Wo sich nichts bewegt, kann nur Bewegung Veränderung bringen. Ausbrechen aus vermeintlich vorgegeben Strukturen, neue Kreisläufe schaffen, Grenzen überschreiten, bereit sein sich verunsichern zu lassen - dies schafft Raum für Kreativität.
Keine Begegnung ohne Bewegung - so lautet das Motto für imagine 06.