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Interviews

...mit Jaelle und Annina von imagine Basel

Welches sind die grössten Unterschiede zu unserem imagine?

Wir staunten über das stets tanzende Publikum. Es ist viel volkstümlicher als bei uns. Aber das liegt wohl an der Verbundenheit mir der eigenen Musik, dem Samba. Im Gegensatz zu uns sind hier die Generationen der BesucherInnen durchmischt. Es hat viele Kinder, aber auch Jugendliche und Erwachsene. Es ist ein Highlight für alle. Gewisse Sachen sind brasilianisch organisiert und wirken sehr improvisiert. In Brasilien passt das, bei uns wäre das nicht möglich. Es liegt wohl daran, dass die anderen Voraussetzungen in Brasilien eine andere Umsetzung brauchen als in der Schweiz.

Was ist speziell für euch am imagine international?

Uns fasziniert der Samba, die Volkstümlichkeit und dass wir immer irgendwo etwas zu essen haben können. Die Menschen wirken viel lockerer und gelöster als bei uns. Das liegt wohl an der Mentalität der BrasilianerInnen.

Kommt aus eurer Sicht die Botschaft des Festivals bei den BesucherInnen an?

Durch die häufige Ansage durch die Moderation und die Bands wird das Thema viel genannt. Wir wissen aber nicht wie und ob es beim Publikum ankommt, wir glauben es aber schon.


...mit Max von imagine international

Was war die grösste Schwierigkeit am Festival Abend?

Es gab kein nennenswertes Problem, aber die Woche vor dem Festival war sehr anstrengend, darum bin ich sehr müde.

Was war dein Höhepunkt des Festivals?

Das Festival als Ganzes ist ein Höhepunkt. Mein persönlicher Höhepunkt war kurz am Anfang des Festivals. Die HelferInnen trafen sich zu einer gemeinsamen Dankesrunde. Dort wurde mir klar, dass ohne die Mithilfe jedes/jeder Einzelnen das Festival gar nicht möglich geworden wäre.

Bist du zufrieden mit dem Festival?

Mit dem Ablauf sind wir sehr zufrieden, aber wir kamen leider nicht zum feiern. Am Schluss waren wir zu müde um zu feiern.

Wurde aus deiner Sicht die Botschaft verstanden?

Die Botschaft kam sehr gut an. Alle die auftraten, haben einen direkten Bezug zum Thema, sei es in den Texten oder was sie erlebt haben. Die Samba Gruppe am Schluss sangen ein Lied in dem es um Sklaverei geht. Sie besingen ein Haus, in dem früher Sklaven hingebracht wurden. Heute ist dort eine Favela von Recife. Die Leute singen beim Refrain mit und wissen ganz genau worum es geht. Ein anderer Beweis ist, dass die Leute bis am Schluss blieben, auch wenn sonst solche Gruppen bei Jugendlichen nicht so beliebt sind wie Popgruppen.


...mit den FestivalbesucherInnen Clayton/Clayton und Juliana/Lucia

Wieso besucht ihr dieses Festival?

Claytons:Weil wir aus dieser Gegend kommen und Festivals mögen.

Juliana&Lucia: Dieses Festival ist mal was anderes.

Wie lautet die Botschaft dieses Festivals?

Claytons: Wir haben die Botschaft als gemeinsames Fest verstanden, ein grosses Miteinander zum glücklich sein.

Juliana&Lucia: die Botschaft lautet gegen Gewalt und Rassismus. Gegen die Ungerechtigkeit unter den Rassen.

Was bedeutet für euch Rassismus?

Claytons: Rassismus ist eine idiotische Sache. Rassisten sind für mich Menschen ohne Kultur und wir hoffen, dass Rassismus irgendwann nicht mehr auf dieser Welt existiert.

Juliana&Lucia: Rassismus kommt an vielen Orten vor. Rassismus ist für uns unverständlich. Schliesslich sind alle Menschen gleich.

Was findest ihr besonders toll an diesem Festival und was vermisst ihr hier?

Claytons: Hier ist alles vorhanden um es toll zu haben und das Festival zu geniessen. Leider ist es wegen der betrunkenen Personen nicht ganz ungefährlich und es ist nicht ganz klar was wann wo stattfindet.

Juliana&Lucia: Das Festival hat eine super Organisation und wir haben nichts Negatives erlebt! Weiter so!

Soll imagine nochmals hier statt finden?

Claytons: Auf jeden Fall! Die Gefahr in Brasilien besteht darin, dass die Leute schnell vergessen. Daher sollte es solche Events öfters geben.

Juliana&Lucia: Toll wäre es, wenn dieses Festival wiederholt wird im kommenden Jahr.


...mit Joao, Musiker der Gruppe „Bloco do Samba“

Was ist speziell für dich am imagine international?

Ich empfinde es als wichtig, dass dieses Thema in dieser Region thematisiert wird.

Was bedeutet für dich Rassismus?

Alle Menschen sind von Gott geschaffen und somit gleich. In Brasilien erlebe ich Rassismus zwischen schwarzen und weissen Menschen.

Hast du das Gefühl, dass ein solches Festival längerfristig etwas bewegt?

Es wichtig dass dieses Thema behandelt und aufgezeigt wird. Personen mit guter Bildung verstehen die Botschaft einfacher als viele Leute hier, welche keine Ausbildung geniessen durften.

Was hältst du davon, dass dieses Festival von Jugendlichgen organisiert wird?

Das ist eine super Sache, denn es macht die Jugendlichen von hier sehr stolz. Diese Jugendlichen erhalten somit die Möglichkeit etwas zu ändern. Ältere Generationen haben da oft schon die Hoffnung aufgegeben und resigniert.


...mit Domitila vom OK imagine international

Domitila war zuständig für Medien, Programm und die Koordinatin/Administration von imagine international in Recife. Sie studiert Sozialwissenschaften und möchte den Master in Europa machen. Von ihr wollten wir wissen, wie sie bei imagine international gearbeitet haben, wie die Struktur aufgebaut ist und wie sie das Festival erlebt hat.

Bist du zufrieden mit dem Festival?

Ja, besonders toll war die Stimmung. Nicht so gut war, dass die letzten zwei Wochen richtig Stress waren, für mich war es mehr Stress als Spass.

Welche Reaktionen hast du gehört?

Personen die ich nicht kenne haben mir gratuliert, das war super. Ich habe auch 33 E-Mails mit Gratulationen bekommen.

Wie habt ihr die Verantwortung in der Organisation aufgeteilt?

Wir sind fünf Leute im OK: Clayton (Sicherheit/Design), Carlos (Technik, Infrastruktur, Werbung), Cristhiane (Koordination Bands/Auskunft, Kontakt Bürgermeister), Mina (Vorbereitung Häuser, Unterkunft der SchweizerInnen), Buffet auf Platz, Zelte, WC) und ich.

Wie viele Personen haben schlussendlich bei imagine international mit geholfen?

Es gab Gruppen aus Itamaracá, dem CAMM Recife (die Hauptgruppe) und Olinda. Wir waren mehr als vierzig Personen in den Arbeitsgruppen.

Wie habt ihr gearbeitet?

Einmal im Monat trafen sich alle, die Arbeitsgruppen hatten jede Woche einenTermin, Ich hatten in den letzten drei Monaten jeden Tag mindestens eine Sitzung. Manche Personen fuhren über zwei Stunden mit dem Bus an eine Arbeitsgruppen-Sitzung. Wir hatten manchmal am Samstag Sitzungen von sechs Stunden, drei am morgen, drei am Nachmittag.
Dadurch, dass so viele verschiedene Jugendliche mitgearbeitet haben, hatten wir sehr viel zu tun. Ich musste manchmal das Selbe dreimal sagen, bis es endlich gemacht wurde.

Wie habt ihr thematisch gearbeitet?

In den Sitzungen haben wir uns ausgetauscht was die Herausforderungen in unserem Alltag sind. Wir haben Texte über uns selber geschrieben und uns Geschichten erzählt, die wir erlebt haben.

Hat imagine in den Jugendlichen etwas ausgelöst?

Ich glaube schon. Die Jugendliche in Itamaracá glauben jetzt an etwas. Sie haben mir gesagt, dass sie jetzt glauben etwas verändern zu können.
Ich habe Beispiele: Boby’s Vater ist relativ reich, er ist Co-Bürgermeister von Itamaracá. Boby war relativ isoliert, hatte nichts zu tun und ging nicht zur Schule. Durchs imagine hat er neue Freunde bekommen. Er hat sich noch nie für etwas so fest interessiert. Es war das erste Mal, dass er arbeiten wollte.
Nina hatte viel Party gemacht Sie dachte sie ist nicht besonderes. Bei ihr hat sich viel verändert, sie ist viel selbstbewusster geworden. Nina sagt für die Jugendlichen (in Itamaracá) ist das imagine sehr wichtig. Es war das erste Mal, dass sie etwas zu tun hatten.

Wie war für dich unser Besuch?

Für mich war es toll, ich habe wieder viele Freunde getroffen (Domitila war schon drei Mal in der Schweiz). Für uns ist es wichtig euch an unserem ersten imagine dabei zu haben. Für mich ist vor allem der Austausch wichtig.
Die Stimmung, die ich in der Schweiz am imagine gesehen haben hatten wir auch in Brasilien. Für mich ist es sehr wichtig, dass wir zusammen gearbeitet und gefeiert haben. Wir haben uns als Menschen kennen gelernt. Das sagen alle unsere Jugendlichen. Wir sind Jugendliche und wir sind imagine.

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