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Grundlagen und Ziele von imagine international

imagine international 2008 im Kannenfeldpark, Basel (Vorveranstaltung von imagine 08)

Im Jahr 2000 startete terre des hommes schweiz eine Kampagne zum Thema Jugend und Gewalt. Auf der Suche nach neuen Formen von konstruktiver Auseinandersetzung und für gewaltfreie Lösungsansätze fand sich eine Gruppe von Jugendlichen, die sich längerfristig engagieren wollten und es entstand imagine, das Festival gegen Rassismus, Gewalt und Vorurteile.

imagine animiert Jugendliche, sich mit unterschiedlichen Kulturen auseinander zu setzen, die Hintergründe von alltäglichem Rassismus zu thematisieren und zu Toleranz aufzurufen. Partizipation und Selbstbestimmung durch die Jugendlichen sind für das Projekt von zentraler Bedeutung. Die Organisation und die Durchführung werden in Eigenverantwortung von Jugendlichen, die das Organisationskomitee und die Arbeitsgruppen bilden, geleistet. Ein Mitarbeiter und eine Mitarbeiterin von terre des hommes schweiz unterstützen sie dabei.
 
Im 2004 lancierte terre des hommes schweiz und imagine das Projekt imagine international. Ohne das Basisprojekt imagine wäre imagine international nicht vorstellbar, denn es hängt in direkter Linie von der Zusammenarbeit von terre des hommes schweiz mit den Jugendlichen von imagine ab und ist, wie auch imagine selbst, ein Projekt von terre des hommes schweiz.

Die Ziele, Zielgruppen und Inhalte von imagine gelten auch für imagine international, sollen aber selbstverständlich auf die lokalen Verhältnisse angepasst werden. Jedes Land, jede Region hat eine eigene kulturelle Identität, eine eigene Geschichte, eine eigene Sichtweise der anstehenden Probleme und der möglichen Lösungsansätze.

Durch imagine international vernetzen sich Jugendgruppen von imagine mit Jugendgruppen im Süden und bauen damit einen nachhaltigen internationalen Kulturaustausch zwischen Jugendlichen auf. Der soll es ihnen ermöglichen, sich gegenseitig nicht nur kennen zu lernen, sondern in der Arbeit zu unterstützen und ein gemeinsames Verständnis für die Nord/Süd-Problematik zu entwickeln.

Dies ist eine der zentralen Arbeitsgrundlagen von terre des hommes schweiz und die wichtigste Voraussetzung für gemeinsames solidarisches Handeln in einer Welt, die von der Globalisierung geprägt ist, in der Werte wie Autonomie, Gewaltfreiheit, Respekt und Menschenwürde immer mehr verschwinden, Profitmaximierung zunehmend zum einzig gültigen Werte-Massstab wird. Der Widerstand gegen den Verlust grundsätzlicher menschlicher Werte, die Besinnung auf Toleranz, Solidarität und Gleichwertigkeit darf weder an Kultur- noch an Landesgrenzen Halt machen.

Entwicklungs- und Jugendprojekte können nicht Träger globaler Alternativen sein, aber sie können kleinräumig, vielgestaltig und vernetzt den Austausch der Kulturen stärken und selbst bestimmtes Arbeiten fördern.

imagine international soll auch neue Akzente in der Entwicklungsarbeit setzen. Projekt- und Informationsaufgabe werden in der konkreten Arbeit verknüpft. Ziele sind die Stärkung und Förderung der Selbstbestimmung, Selbstverantwortung und des Selbstbewusstseins von Jugendlichen und Jugendgruppen.

Jugendliche sollen nicht als Objekte von Begehrlichkeiten, sondern als selbstständig handelnde Subjekte wahrgenommen werden. Ihre Bedürfnisse sollen in unser Denken und Handeln einfliessen, ihre Rechte zu einem Faktor des politischen Handelns werden.

imagine international wird innerhalb bestehender funktionierender Projektpartnerschaften von terre des hommes schweiz entwickelt. So kann ein möglichst hohes Mass an Kommunikation, Seriosität und Kontrolle garantiert werden.

Für die Pilotphase wurde im Camm (Casa de Atendimento à Meninas e Meninos), einem Zentrum für Strassenkinder in Recife (Brasilien), ein geeigneter Partner gefunden. Das Camm bietet den Kindern nebst Nachhilfeunterricht auch soziale- und psychosoziale Betreuung und Kurse in Capoeira, Volkstanz, Graffiti und Perkussion an. Die Kurse werden von einer Gruppe Jugendlicher/junger Erwachsener geleitet die teilweise schon mehrere Jahre im Leitungsteam mithelfen und schon als Kind ins Camm kamen.

Die bestehende und gut funktionierende Jugendgruppe war ausschlaggebend, dass imagine und terre des hommes schweiz das Camm für die Durchführung von imagine international anfragte.
Meilensteine waren die Besuche der Jugendlichen vom OK imagine international, die in zwei Gruppen am imagine 2004 und 2005 in Basel teilnahmen. Neben der Teilnahme am Festival und dem Austausch mit den Basler Jugendlichen, konzipierten die Jugendlichen aus Recife einen Workshop, mit welchem sie Schulklassen hier in der Schweiz besuchten und den SchülerInnen Einblick in ihr Leben gaben.

Ein weiterer Meilenstein war im November 2004. Drei jugendliche Organisatoren/-innen von imagine Basel, reisten nach Recife, um ihr Knowhow zur Verfügung zu stellen und zusammen mit den jugendlichen Organisatoren/-innen von Recife ein Konzept zu erarbeiten und den Grundstein zu legen.

Im 2005 sowie im 2006 waren erneut brasilianische Jugendliche aus dem Strassenkinderzentrum CAMM am imagine in Basel. Sie organisierten im Herbst 2006 bereits zum zweiten Mal ein imagine international-Festival in Itamaracá (bei Recife).

Erstmals zu Gast waren im 2006 am imagine in Basel auch Vertreter vom Projekt Corporación Región/Kolumbien, die 2007 ebenfalls ein eigenes Festival imagine international in Medellín organisieren werden.

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Ausgangslage, Ziele, Methode, Ergebnisse und Perspektiven:
Konzept imagine international (PDF 142KB)