Der Blick ist schon weiter gerichtet: 2005 soll imagine nicht nur in Basel, sondern auch in Recife/Brasilien statt finden. Ziel des Projektes imagine international ist es, einen nachhaltigen internationalen Kulturaustausch von Jugendlichen aufzubauen und ihnen zu ermöglichen, ein gemeinsames Verständnis für die Nord/Süd-Problematik zu entwickeln.
Von Stefan Studer
Informations- und Sensibilisierungsarbeit in der Schweiz ist nur eine der Aufgaben von terre des hommes schweiz. Unser Ziel ist es immer, die Arbeit im Süden, in den Projekten, mit der Arbeit hier zu verknüpfen. Und da sich das imagine-Projekt beinahe schon zu einem eigentlichen Kompetenzzentrum für selbstbestimmte Jugendarbeit entwickelt hat, war es nahe liegend, über genau diese Vernetzung der Arbeit in der Schweiz und im Süden nachzudenken.
Das Resultat heisst imagine international. Erstmals werden am imagine04 Jugendliche aus einem Strassenkinder/jugend-Projekt in Recife/Brasilien mit dabei sein. Sie werden am Festival selbst und im unmittelbaren zeitlichen Umfeld Workshops und Performances zum Thema Gewalt und Ausgrenzung von Strassenkinder im brasilianischen Alltag anbieten. Und sie werden 2005 mit Hilfe des Knowhows der Jugendlichen hier in Recife ein brasilianisches imagine auf die Beine stellen.
Gemeinsames Themen
Im Strassenkinder-Treffpunkt CAMM in Recife arbeitet bereits eine Gruppe Jugendlicher mit, die einst als „KlientInnen“ das Zentrum besuchten und heute als AnimatorInnen beschäftigt oder noch zur betreuten Gruppe gehören. Im Rahmen ihrer Funktionen veranstalteten sie auch bereits Workshops in den Schulen des Quartiers mit Capoeira, Tanz, Graffiti und Perkussion. Bei uns existiert bereits eine Gruppe Jugendlicher, die imagine im dritten Jahr organisieren, teilweise seit 2000 in verschiedenen Jugendprojekten mitgearbeitet haben. Beide Gruppen arbeiteten bislang unabhängig auf den Themen Rassismus und Gewalt.
nachhaltiger Kulturaustausch
Das Projekt imagine international setzt sich zum Ziel, die beiden Gruppen zu vernetzen. So soll ein nachhaltiger internationaler Kulturaustausch der Jugendlichen aufgebaut werden, der es ihnen ermöglicht, sich nicht nur kennen zu lernen, sondern gegenseitig in der Arbeit zu unterstützen und ein gemeinsames Verständnis für die Nord/Süd-Problematik zu entwickeln. Dies ist die wohl wichtigste Voraussetzung für ein globales, gemeinsames und solidarisches Handeln.
Damit wollen wir auch neue Akzente in der Entwicklungsarbeit setzen. Die Projekt- und die Informationsaufgabe werden in der konkreten Arbeit miteinander verknüpft. Ziele sind die Stärkung und Förderung der Selbstbestimmung, Selbstverantwortung und des Selbstbewusstseins von Jugendlichen und Jugendgruppen sowohl im Süden wie hier. imagine international soll in dieser Beziehung einen ersten Schritt tun, erste Akzente setzen. Auf das Resultat sind wir sehr gespannt.

