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Hausmädchen: Von der Armut in die Ausbeutung

Ana Rosa (Brasilien)
Ana Rosa war acht Jahre alt, als sie von einer Tante in die Grossstadt São Luís geholt wurde. Ana Rosa war auf dem Lande in sehr ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, die Tante versprach ein besseres Leben, das ihr sogar den Schulbesuch erlauben würde. Aber daraus wurde nichts. Keine Schule, kein Geld, und von der Stadt bekam sie ausser dem Haus ihrer Arbeitgeberin nichts zu sehen. Als sie krank wurde, brachte man sie bei Vater der Tante unter, dann in eine andere Familie, die Situation wurde jedes Mal schlimmer.

Mit 12 hatte Ana Rosa bereits für 5 Familien gearbeitet. Als sie von ihrem Arbeitgeber sexuell belästigt wurde, floh sie in einen neuen Haushalt, wo sie nebst der Hausarbeit zwei Kleinkinder zu betreuen hatte. Wieder hiess es: keinen freien Tag, keine Schule. Als Bezahlung erhielt sie billige Kleider, ein Bett zum Schlafen und zu Essen, was die Herrschaft übrig liess. Ana Rosa wurde von einer Gelegenheitsbekanntschaft schwanger, der Vater des Kindes verschwand, und sie verlor ihre Stelle.

Nach der Geburt ihres Kindes begann sie wieder als Hausmädchen zu arbeiten, das Baby kam im Haushalt des Grossvaters unter, unter der Bedingung, dass sie auch dessen Haushalt in Ordnung hielt. Mit 16 lehrte Ana Rosa einen Jungen kennen, sie heirateten und Ana Rosa gab ihre Hausmädchenstelle auf.

(Interview: Kinderrechtszentrum São Luis, im Auftrag von terre des hommes schweiz, 2002)

 

 

 

 

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