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Hausmädchen: Von der Armut in die Ausbeutung

Gloria (Schweiz)
Mit 17 Jahren kam Gloria aus Peru in die Schweiz. Ein peruanischer Bekannter hatte ihr angeboten, sich um die vierjährige Tochter seiner Schwester zu kümmern. Im Gegenzug sollte sie studieren können: leere Versprechungen, wie sich bald herausstellte.

Ihr Arbeitstag begann um fünf Uhr morgens und endete gegen neun Uhr abends. Sie hatte kein eigenes Zimmer und durfte weder ausgehen noch Kontakt mit ihren Eltern aufnehmen. Manchmal wurde sie mitten in der Nacht geweckt, um das Bett der Arbeitgeberin neu zu beziehen. Gloria musste ihr die Füsse waschen oder im Winter zusammen mit dem Hund draussen vor dem Restaurant warten, während die Familie zu Mittag ass. Den Lohn von 50 Franken pro Monat erhielt sie bald nicht mehr, so konnte sie auch das Ticket für eine Rückkehr nach Peru nicht bezahlen. Der Sohn der Familie belästigte sie sexuell und versuchte sie zu vergewaltigten. Als Gloria der Arbeitgeberin davon erzählte, bezeichnete diese sie als Lügnerin.

In der Stadt herumirrend wurde sie daraufhin von der Polizei aufgegriffen und erstattete Anzeige gegen die Arbeitgeberin und ihren Sohn. Sie war psychisch in so schlechter Verfassung, dass sie daraufhin sechs Monate in einer psychiatrischen Klinik verbrachte. Während dieser Zeit liess die Arbeitgeberin Glorias Familie in Peru massiv bedrohen, damit sie die Anzeige zurückzieht. Trotzdem tat Gloria dies nicht, und das Gericht verurteilte den Sohn zu zehn Tagen bedingt.

Heute ist Gloria 20 Jahre alt und lebt nach wie vor in der Schweiz. Sie hat eine Studienbewilligung und macht eine Ausbildung zur Sekretärin.

(Quelle: Minderjährige Hausangestellte in der Schweiz, eine Untersuchung der Fachhochschule Aargau im Auftrag von terre des hommes schweiz. Luzia Jurt, Oktober 2004)






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