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In Brasilien verhält sich die Polizei wie im Bürgerkrieg und nimmt immer wieder Unschuldige ins Visier.

Als wäre Brasilien im Bürgerkrieg 

In Brasilien herrschen Zustände wie im Bürgerkrieg. Täglich sterben unschuldige Menschen durch Kugeln von Polizisten und Drogengangs. Unter den Toten sind auch viele Jugendliche und Kinder. Ein grosses Problem sind die politischen Hardliner, die der Polizei freie Hand lassen. Für viele Beamten steht die Bevölkerung in den Favelas unter Generalverdacht.

In den brasilianischen Favelas riskieren Kinder und Jugendliche täglich, verletzt oder gar getötet zu werden. In den Strassen der Armenviertel tobt ein Krieg zwischen den Drogenbanden und der brasilianischen Militärpolizei, der zahlreiche unschuldige Opfer fordert. Offiziell wurden in Brasilien im letzten Jahr 41635 Menschen umgebracht.

Viele dieser Tötungen hat die Polizei verübt – oft auf unverantwortliche Weise. Ein leiser Verdacht und eine unbedachte Bewegung genügen und die Polizei beginnt auf eine unschuldige Person zu schiessen. Immer wieder eröffnen Militärpolizisten in dicht besiedelten Gebieten das Feuer und nehmen damit Verletzte durch Querschläger und Fehlschüsse in Kauf.

So starb auch die achtjährige Agatha Felix aus der Favela Complexo do Alemão in Rio am 21. September 2019. Auf dem Heimweg von einer Kostümparty sass sie – noch verkleidet – neben ihrer Mutter im Bus, als eine Kugel sie im Rücken traf. Wenig später starb das Mädchen an der Verletzung. Ein Militärpolizist hatte neben dem Bus auf einen verdächtigen Motorradfahrer geschossen und dabei aus Versehen die kleine Agatha tödlich verwundet.

Politiker fördern die Gewalt

Der landesweite und internationale Aufschrei befeuerte die brasilianische #BlackLivesMatter-Bewegung. Unter Druck geraten, musste der Gouverneur Rio de Janeiros, der Befehlshaber der Militärpolizei, zum Fall Stellung nehmen. Er verteidigte seine Beamten und liess sie weiterschiessen. Auch aus Helikoptern über den dichten Wellblechdächern feuert die Polizei weiter auf Verdächtige. Als wäre Brasilien im Bürgerkrieg.

Er folgt damit der Politik von Jair Bolsonaro, der Kriminelle „wie Kakerlaken“ sterben lassen will. Der brasilianische Präsident kämpft für die generelle Straffreiheit, wenn ein Polizist oder eine Polizistin „aus Angst, Überraschung oder gewalttätigen Emotionen“ schiesst. Das schreibt die Nachrichtenagentur Reuters. Vergangene Weihnachten begnadigte Bolsonaro Polizisten, die unschuldige Menschen verwundet oder getötet hatten – in einem Fall sogar ausserhalb der Dienstzeit. „Sie sollten nicht vor Gericht gezogen, sondern mit Orden dekoriert werden“, liess sich Bolsonaro zitieren.

Mitten in dieser Realität leben die Jugendlichen unseres Partnerprojets CIPÓ in Salvador im brasilianischen Bundesstaat Bahia. Hier herrschen für schwarze Jugendliche die gleichen Bedingungen wie in den Favelas in Rio. Damit geben sie sich nicht zufrieden und wehren sich gegen Rassismus und Polizeigewalt. Öffentlich und gut sichtbar protestieren sie für eine sichere und gerechte Gesellschaft und haben damit Erfolg.

Wie unser Partnerprojet CIPÓ arbeitet, erfahren Sie im nachfolgenden Film und im aktuellen Magazin (3/2020) lesen Sie mehr zur Lage in Brasilien.

Waffengewalt in Brasiliens Favelas
Iin Brasiliens Armenvierteln ist die rassistisch motivierte Polizeigewalt an der Tagesordnung. Doch der Widerstand in der Bevölkerung wächst. Seite 4

«Eine Wunde, die niemals heilt»
Das Interview einer jungen freiwilligen Mitarbeiterin unserer Partneroganisation mit einer trauernden Mutter. Seite 7

Nicht nur in Brasilien, auch in unseren anderen Projektländern gehört Gewalt zum Alltag. Kein Jugendliche und kein Jugendlicher sollte in solchen Zuständen leben müssen. Jede Waffe macht die Lage noch schlimmer.
Darum fordern wir: Keine Waffenexporte in Länder wie diese!

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