10.03.2017

"Unsere Mädchen haben etwas besseres verdient"

In der ganzen Welt gingen am vergangenen 8.März Frauen auf die Strasse. Auch in der Hauptstadt von El Salvador, San Salvador, protestierten tausende Frauen gegen das extrem rigide Abtreibungsrecht in ihrem Land: Abtreibungen sind ohne Ausnahme verboten.

Bericht unserer Nationalen Koordinatorin El Salvador, Sandra Ramirez aus San Salvador

Frauen und ihre Kinder laufen, Hand in Hand mit Plakaten, in einer Reihe.

Wie in vielen anderen Ländern gingen in El Salvador tausende Frauen am 8.März für sehr konkrete Forderungen auf die Strasse.  Der bunte Demonstrationszug mit Bannern, Trommel-Musik, Performances und Ansprachen führte durch die Innenstadt zum Parlamentsgebäude. Das zentrale Anliegen war eine Reform des Abtreibungsrechts. Denn El Salvador hat eines der restriktivsten Abtreibungsgesetze der Welt. Schwangerschaftsabbruch ist unter allen Umständen verboten und kann mit einer Gefängnisstrafe von 30 bis 40 Jahren belegt werden. Trotzdem gibt es eine grosse Zahl von geheimen Abtreibungen, bei denen sich die Frauen grossen gesundheitlichen Risiken, zum Teil mit Todesfolge, aussetzen. Eine breite Allianz von Frauenrechtsorganisationen des Landes hat einen Vorschlag für Gesetzesänderungen erarbeitet.
 
Straffreiheit in speziellen Situationen
Auf dem Demonstrationszug bekräftigten sie ihr Anliegen, dass Abtreibung bei vier spezifischen Bedingungen straffrei sein sollte: wenn das Leben der Mutter gefährdet ist, wenn die Schwangerschaft Folge einer Vergewaltigung ist, wenn der Fötus nicht lebensfähig ist und bei Minderjährigen, wenn die Schwangerschaft Folge von sexueller Gewalt ist und die Erziehungsberechtigten einem Schwangerschaftsabbruch zustimmen. Eines der Banner brachte es gut auf dem Punkt: "Die Mädchen in El Salvador verdienen ein besseres Leben als Gefängnis oder eine ungewollte Schwangerschaft."
 
Frauentag nach wie vor wichtig
Der Internationale Frauentag wird seit mehr als 100 Jahren gefeiert und hat bis heute nicht an Bedeutung verloren. Frauenrechte sind dieser Tage in vielen Ländern der Welt durch reaktionäre und rechtspopulistische Politik gefährdet. Dagegen wehren sich die Frauen weltweit. Der Women’s March in Washington im Januar hat gezeigt welche Mobilisierungskraft Frauenbewegungen haben. Sie repräsentieren eine globale Opposition gegen rückwärtsgewandte Kräfte.

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Bild von unserem Newsletter vom Juli 2014.

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