27.07.2017

Mittelamerika: Zahl der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge nimmt zu

Alleine im Jahr 2016 wurden über 182 000 minderjährige Flüchtlinge aus El Salvador, Honduras und Guatemala auf dem Weg in den Norden registriert. Sie sind alle auf der Suche nach einem Ort, wo sie vor Gewalt geschützt sind. Dabei sind sie oftmals unterwegs ähnlichen Gefahren ausgesetzt wie in ihrer Heimat. Ihr Schutz in den Transitländern muss dringend verbessert werden.

Text: Lesli Gutiérrez Garduño

Ein vermumter Polizist in Schwarz und mit Maschinenpistole bewacht vier Jugendliche, die mit dem Gesicht zu einer Wand knien. Ihre Hände sind hinter ihrem Kopf und ihre Füsse sind verschränkt.

Im vergangenen Monat (Juni 2017) äusserten sich die Interamerikanische Menschenrechtskommission und das Hochkommissariat der Vereinten Nationen für Flüchtlinge zur Flüchtlingssituation in Zentralamerika. Die verzweifelte Lage der Menschen in El Salvador, Honduras und Guatemala, die gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen ist laut UN eine der grössten Herausforderungen in der Region.
Sie schätzt die Zahl der Flüchtlinge aus diesen Ländern allein für das Jahr 2016 auf 182‘400 Menschen, darunter eine alarmierende und zunehmende Zahl von Kindern. In Mexiko wurden im vergangenen Jahr 16.000 unbegleitete Minderjährige festgenommen, rund die Hälfte von ihnen hatte die Grenze zu den Vereinigten Staaten auf der Suche nach internationalem Schutz erreicht. Im Rahmen der internationalen Kampagne Destination Unknown arbeiten terre des hommes schweiz und terre des hommes Deutschland mit lokalen Partnern in Mittelamerika zusammen, um diese geflüchteten Minderjährigen in der ganzen Region zu unterstützen.

Auf der Suche nach einem sicheren Ort
Die Hauptursache für die Flucht ist die zunehmende Gewalt in der ganzen Region. Kinder und Jugendliche sind besonders gefährdet, da die weitverbreiteten gewalttätigen Banden, die sogenannten Maras, unter Drohungen und Erpressungen junge Menschen zwangsrekrutieren. Wehren sie sich dagegen, den Gangs beizutreten, erhalten sie und ihre Familien Todesdrohungen und erfahren psychische oder physische Gewalt. Der einzige Ausweg ist zu fliehen. Oft machen sie sich alleine auf den Weg, auf der Suche nach einem sicheren Ort.

Migrierende Kinder und Jugendliche schutzlos
Kinder und Jugendliche, die sich auf die Suche nach Schutz und Sicherheit machen, setzen sich auf den gefährlichen Migrationsrouten grossen Gefahren aus. Erhebungen haben gezeigt, dass die Gefährdungen, die diese Kinder auf der Flucht in Kauf nehmen, genauso gross sind, wie die Bedrohungssituation aufgrund derer sie ursprünglich geflohen sind.
Die Länder entlang dieser Migrationsrouten versagen darin, die Rechte der migrierenden Kinder zu schützen. Sie haben keinen Zugang zu Gesundheitsversorgung, Bildung und andere öffentliche Dienstleistungen - ganz zu schweigen vom fehlenden Rechtsschutz. Ausserdem sind sie Stigmatisierung und Diskriminierung ausgesetzt, da die Transitländer sie nicht als Flüchtlinge anerkennen.

Koordiniertes Handeln nötig
Auf den Konferenzen Global Forum on Migration and Development und der Global Conference on Children on the Move, die im Juni in Berlin stattgefunden haben, wurden verstärkte weltweite Anstrengungen gefordert, um die Rechte von migrierenden Kindern zu schützen. Diese Bemühungen müssen den migrierenden Kindern in Mittelamerika besondere Aufmerksamkeit schenken. Hier ist koordiniertes Handel dringend nötig. Nur so kann sichergestellt werden, dass gefährdete Kinder, die durch Mittelamerika reisen, vor Banden und anderen Risiken geschützt werden und eine Chance auf eine sichere und stabile Zukunft erhalten.

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