Landwirtschaft

Bittere Früchte in der Schweiz

Auch in Schweizer Supermärkten findet man Melonen und Tomaten aus der besetzten Westsahara. Dies ist völkerrechtlich und ökologisch höchst problematisch. terre des hommes schweiz setzt sich dafür ein, dass Schweizer Supermärkte keine Waren mehr aus dem Gebiet verkaufen.
Cherrytomaten im Laden
Solche Cherrytomaten werden in der Westsahara produziert.
Die Ausbeutung von Ressourcen in einem nicht-selbstregierten Gebiet – so der offizielle UNO-Status der Westsahara – ist nur gestattet, wenn die betroffene Bevölkerung ihr Einverständnis dazu gibt und davon profitiert. Die Sahraouis wurden aber nie befragt und die Produktionsstätten gehören fast ausschliesslich marokkanischen, französischen oder spanischen Agrarfirmen. Vom lukrativen Exportbusiness haben die einheimischen Sahraouis nichts. Zudem ist der bewässerte Anbau in der Wüste ein ökologisches Desaster. Für die Plantagen werden Grundwasserreserven mit fossilem, nicht erneuerbarem Wasser aufgebraucht.

Legitimierung der Besatzung
Schweizer Organisationen, die die Sahraouis unterstützen, haben sich jahrelang dafür eingesetzt, dass die Produkte wenigstens richtig deklariert werden. Dabei war auch da die Rechtslage eigentlich immer klar: die Westsahara ist nicht im Freihandelsabkommen Schweiz-Marokko eingeschlossen. Deshalb können diese Produkte nicht vergünstigte eingeführt werden und müssen sowohl für den Zoll als auch für die Konsumenten und Konsumentinnen richtig deklariert werden, nämlich mit "Westsahara". Die richtige Deklaration reicht jedoch nicht aus. Die wirtschaftlichen Beziehungen mit Firmen in den besetzten Gebieten kommen einer faktischen Anerkennung des völkerrechtswidrigen Anspruchs seitens Marokkos auf die Westsahara gleich. Sie legitimieren die marokkanische Besatzung und zementieren den Status Quo.

Sags Deinem Supermarkt!

Während Coop ab 2017 keine Produkte aus der Westsahara mehr verkauft, ziehen andere Supermärkte nicht nach. Migros und Denner verkaufen laut eigenen Aussagen immer noch fallweise Melonen aus der besetzten Westsahara, Denner und Volg greifen noch immer hin und wieder auf Tomaten aus dem Gebiet zurück.
Hier kannst Du Deinem Supermarkt sagen, dass Du das nicht gut findest:

* Pflichtfelder

Text Protestbrief

Bittere Melonen und Konflikt-Tomaten in Ihrem Regal
Sehr geehrte Verantwortliche/r Nachhaltigkeit

Die Sahraouis in den Flüchtlingslagern sind zu 100 Prozent von internationalen Hilfslieferungen abhängig. Sie flohen vor über 40 Jahren vor der marokkanischen Besatzungsmacht in die Wüste Algeriens, wo sie seither auf eine Lösung des Konfliktes warten. Währenddessen baut Marokko in der besetzten Westsahara Tomaten und Melonen für den Export an. Die Plantagen werden mit fossilem Wasser - nicht erneuerbaren Wasserreserven – bewässert. Die Produktion von Gemüse und Obst in der Westsahara verletzt nicht nur internationales Völkerrecht, ihr Anbau in dieser trockenen Gegend ist auch ökologisch äusserst fragwürdig. Der Handel mit den Produkten stärkt die Besatzungsmacht, wobei der territoriale Anspruch Marokkos auf die Westsahara von keinem Land der Welt anerkannt wird.

Tomaten und Melonen aus der Westsahara werden auch in Schweizer Supermärkten verkauft, leider auch in Ihrem. Als Kunde/Kundin fordere ich Sie deshalb auf:

Nehmen Sie Produkte aus der besetzten Westsahara aus Ihrem Sortiment.

Herzlichen Dank,

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Junge sahraouische Frau schwenkt Fahnen der Westsahara.

Inhaltsverzeichnis

Dieses Westsahara-Dossier beinhaltet folgende Seiten:

Die letzte Kolonie Afrikas:
Inzwischen wächst die dritte Generation Sahraouis heran, die auf eine Rückkehr in ihr Land wartet. Die unhaltbare Situation ist in Vergessenheit geraten.

Die Verantwortung Schweizer Firmen:
Die Westsahara ist reich an Ressourcen. Deren Ausbeutung widerspricht aber internationalem Recht. Dieses verlangt die Einwilligung der Bevölkerung, die nie stattgefunden hat.

Flüchtlingslager - Isolation und Mangel an Perspektiven:
173 000 Sahraouis leben in Flüchtlingslagern in der algerischen Wüste. Und dies schon seit über 40 Jahren. Besonders Kinder und Jugendliche leiden unter der Isolation und dem Mangel an Perspektiven.

Geschichte des Konfliktes:
Über vier Jahrzehnte dauert dieser Konflikt schon an. Verschaffen Sie sich einen historischen Überblick.

Bittere Melonen - die Befragten haben verstanden

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