Psychische und soziale Unterstützung

Mit ganzheitlicher Betrachtung zur Handlungsfähigkeit

terre des hommes schweiz arbeitet seit Mitte der 1990er Jahre erfolgreich in Ländern, deren Menschen von Krankheit, Armut und Gewalt geprägt sind. Im Zentrum der Arbeit steht eine ganzheitliche Betrachtung der individuellen Probleme und des sozialen Umfeldes. Nur so kann psychische und soziale Unterstützung dazu verhelfen, dass Betroffene wieder Hoffnung schöpfen und zu handlungsfähigen Mitgliedern ihrer Gemeinschaft werden.
Mädchen geben sich in einem Workshop von Ee'qanil gegenseitig Bestätigung.
Erst wenn die Hilflosigkeit überwunden ist, können Jugendliche ihr Schicksal in die Hand nehmen.
Das Leben der Menschen in den Ländern des Südens ist oft geprägt von Krankheit, Armut, Gewalt, Naturkatastrophen und der Verletzung der Menschenrechte. Das sind Lebensumstände, die die Anfälligkeit für Stigma, Marginalisierung, Verarmung, Gewalterlebnisse und Rechtsverletzungen stark erhöhen. Die Betroffenen stecken damit in einer Verelendungsspirale fest. Mit Hilfe von psychischen und sozialen Methoden (Psychosocial support - PSS) können Sie die Spirale durchbrechen. Der Erfolg dieser Methoden beruht darauf, dass sie sowohl die individuellen psychologischen Aspekte einer Person, als auch ihr soziales Umfeld (ihre Beziehungen, Familie, Gemeinschaft, die soziale Werte und Kultur) von Anfang an berücksichtigen. Erst mit dieser Art der Unterstützung können die Betroffenen Hoffnung erlangen, wieder ihr eigenes Leben selbst bestimmen zu können.

Psychische Belastungen machen Fortschritt unmöglich

Mädchen, die gegen ihren Willen mit älteren Männern verheiratet werden - Frauen und Kinder, die häusliche oder sexuelle Gewalt erleben - Kinder und Jugendliche, die mit HIV infiziert sind und ein Leben lang Medikamente nehmen müssen - Kinder und Jugendliche, die einem Kinderhaushalt vorstehen - sie alle machen Erfahrungen an der Grenze der psychischen Belastbarkeit. Sie fühlen sich ohnmächtig und hilflos. Dem Schicksal ergeben verlieren sie den Glauben an sich selbst und die Hoffnung, dass sie ihr Leben zum Besseren wenden können. In dieser Hoffnungslosigkeit gefangen isolieren sie sich häufig oder nehmen sehr aggressive Verhaltensmuster an. Ihre einzige Chance ist ihre Erlebnisse zu verarbeiten, damit sie ihre Würde wiedererlangen. Erst dann können sie wieder Mut fassen und handlungsfähig werden.

Ansatz auf individueller und sozialer Ebene

Für Kinder und Jugendliche, die traumatisiert wurden, ist es wichtig, dass sie bei unseren Projektpartnern individuell betreut und psychologisch beraten werden. Dabei geht es darum, die erlittenen Übergriffe, sowie die psychischen und körperlichen Verletzungen, zu überwinden. Die individuelle Arbeit führt sie an den Punkt sich selbst nicht mehr ausschliesslich als Opfer wahrzunehmen, das seinem Schicksal hilflos ausgeliefert ist. Stattdessen sehen sie sich als neue Person mit vielen Stärken, Ressourcen, Träumen und Wünschen, die es zu entdecken gilt. Dies gelingt am Besten im Austausch in Gruppen von Kindern und Jugendlichen in ähnlichen Situationen.
 

Gemeinsam stark

Ein Jugendlicher wird von anderen Jugendlich auf einer Platte aus Metall in die Höhe gehoben. Dabei sind seine Arme an den Körper gebunden.
In den Gruppen mit Gleichgesinnten lernen die Kinder und Jugendlichen durch den Austausch zuerst sich einander anzuvertrauen. Daraus erwächst eine gegenseitige Unterstützung. So werden sie miteinander aktiv, kooperieren und treffen gemeinsame Entscheidungen. Zusätzlich werden Fähigkeiten vermittelt, die dabei helfen, sich den Anforderungen, Herausforderungen und Veränderungen des Lebens zu stellen. (Projektbeispiel: Unterstützung von Aidswaisen mit der Partnerorganisation Humuliza)

Einerseits müssen die Kinder und Jugendlichen lernen, sich in ihrem schwierigen Umfeld zurechtzufinden, andererseits ist es äusserst wichtig, ein stützendes Umfeld für sie zu schaffen. Unsere Partnerorganisationen arbeiten deshalb auch mit Familien, Betreuungs- und Bezugspersonen, sowie Gemeinden der Jugendlichen und führen Sensibilisierungs- und Informationsveranstaltungen zu relevanten Themen durch.
Fachstelle PSS Irene Busch

Irene Bush

Fachstelle für psychische und soziale Unterstützung (PSS)

061 338 91 42

irene.bush(at)terredeshommes.ch

Sonnenuntergang im Hintergrund und eine Tafel mit der Warnung vor freilaufenden Kamelen.

Projektbeispiele

Lebensperspektiven trotz HIV/Aids mit der Partnerorganisation MMPZ in Zimbabwe

Unterstützung von Aidswaisen mit der Partnerorganisation Humuliza in Tansania

Das REPSSI-Logo

REPSSI

Zugang zu sozialer und emotionaler Unterstützung

Die von terre des hommes schweiz mit gegründete Non-profit-Organisation REPSSI (the Regional Psychosocial Support Initiative) widmet sich der Bekanntmachung und Verbreitung der psychischen und sozialen Unterstützung.