12. April 2020

Jugendliche bekämpfen in Mosambik das Coronavirus

So bekämpfen Jugendliche in Mosambik das Coronavirus
So bekämpfen Jugendliche in Mosambik das Coronavirus

Mosambik ist eines der ärmsten Länder Afrikas, das sich in einer tiefen Krise befindet: Wirbelstürme richteten vor einem Jahr grosse Zerstörung an und die Crédit Suisse und eine vergangene Regierung stürzten Mosambik in eine Finanzkrise. Jetzt droht das Coronavirus die Lage verheerend zu verschlimmern. Darum sind wir mit den Jugendlichen aus unseren Projekten vor Ort aktiv und zeigen den Menschen, wie sie sich schützen können. So bekämpfen Jugendliche das Coronavirus in Mosambik.

Im ländlichen Mosambik funktioniert die Gesellschaft häufig über die lokalen Dorfvorstehenden. Wann immer wir die breite Bevölkerung erreichen möchten, versuchen wir diese Schlüsselpersonen einzubinden. In unserer Arbeit gegen die geschlechterspezifische Gewalt haben wir damit bereits an vielen Orten Erfolge erzielt. Nun nutzen wir diese Kontakte, um in den Dörfern Informationen über das Coronavirus zu verbreiten.

Jugendliche informieren
Unter anderen Umständen würden die lokalen Partner an eine grossen Dorfversammlung über das Thema debattieren. Das wäre jetzt zu riskant. Stattdessen haben sich die Jugendlichen aus verschiedenen Jugendgruppen unserer Partnerorganisationen zusammengetan. Sie vermitteln den Menschen vor ihren Hütten und aus gebührendem Abstand die lebensrettenden Informationen.

  • Die Hände regelmässig waschen und mindestens 20 Sekunden lang. Es sollte immer ein Eimer Wasser und Seife bereitstehen.
  • Keine Umarmungen, kein Händeschütteln oder Küsschen.
  • Andere Menschen möglichst auf Abstand halten.
  • Möglichst zuhause bleiben und nur wenn notwendig rausgehen.
  • Bei den bekannten Covid-19-Symptomen sollen die Betroffenen das nächstgelegene Gesundheitszentrum aufsuchen.

In den abgelegenen Gebieten müssen sich die Menschen mit dem schützen, was sie haben. Wasser ist ein knappes Gut, denn es muss von weit entfernten Brunnen geholt werden. Die Jugendlichen aus unseren Projekten zeigen den Menschen ihre einfachen Konstruktionen, die sparsames, hygienisches Händewaschen ermöglichen. Wie wir auch, müssen viele ausserdem lernen, wie sich die Viren auch von Handknöcheln, Handteller und zwischen den Fingern abwaschen lassen.

Eine einfache Konstruktion ermöglicht hygienisches Händewaschen.

Schneller Schutz ist wichtig
Seife ist für die Menschen auf dem Land zu teuer – die Mangelware Desinfektionsmittel sowieso. Darum müssen sich die Leute in den ärmeren Regionen mit Asche behelfen, die zu einem gewissen Grad desinfiziert. Auch das ist Wissen, das die Jugendlichen vermitteln. Darum sind solche Tricks sehr wichtig, um für schnellen Schutz zu sorgen.

In unserem Projektgebiet um Chimoio droht ein Ausbruch der Krankheit über die Grenze. Die Stadt liegt rund eineinhalb Stunden von der simbabwischen Nachbarstadt Mutare entfernt. Die vielen Pendler und Warentransporte wurden zwar verboten, es gibt aber so gut wie keine Kontrollen.

So dürften sich die 21 gemeldeten Fälle in Mosambik ebenfalls über den Grenzverkehr angesteckt haben, denn in Südafrika und Simbabwe grassierte das Virus schon vorher. Keines der Länder hat die Mittel für grossflächige Tests. Die Dunkelziffern liegen wohl bereits deutlich über den offiziellen Zahlen.

Besonders die Zahlen Simbabwes sind nicht verlässlich, weil das Gesundheitssystem dort in einem noch viel desolateren Zustand ist. «Die Verunsicherung in Mosambik ist gross aufgrund der unklaren Situation in Simbabwe. Viele befürchten, dass das Virus dort deutlich verbreiteter ist, als offiziell bekannt und durch die relativ einfach zu überquerenden Grenzen auch in der Region um Chimoio um sich greift. », berichtet Jonas Wagner-Mörsdorf, der Programmkoordinator für Mosambik.

Viele wissen zu wenig
In Mosambik seien schon Einreisende aus Simbabwe aufgegriffen worden, die sich nicht an die Hygienevorschriften hielten und im Verdacht standen, angesteckt zu sein. Jemandem Böswilligkeit zu unterstellen ist aber fehl am Platz, denn auch in Mosambik wissen vielen nicht, wie sie sich und andere schützen müssen. «Einige wusste nicht einmal, dass es eine Pandemie gibt», schreibt Silveque Da Luvina Manuel, Koordinator unserer Partnerorganisation CAJ.

Jugendliche zeigen, wie richtiges Händewaschen geht.
Richtiges Händewaschen mussten auch wir wieder neu lernen.

Darum unterstützt terre des hommes schweiz und seine Partner die Jugendlichen, die in Mosambik das Coronavirus bekämpfen. Zusammen verbreiten wir lebenswichtige Informationen und verteilen – wo nötig und möglich – Seifen. Die Jugendlichen zeigen, wie man sich wassersparend und hygienisch die Hände wäscht, um sich vor dem Coronavirus zu schützen. Denn wer vom Virus erfährt, halte sich an die Sicherheitsregeln, schreibt Silveque Da Luvina Manuel weiter.

Lesen sie hier weitere Artikel zum Thema Covid-19 im globalen Süden. Helfen Sie uns, das Coronavirus zu bekämpfen. Wir sind dankbar für jede Spende!

Lesen Sie auch

Banden bringen afrokolumbianische Jugendliche um. Die Verbrecher dürfen nicht straffrei davon kommen!

Welle der Gewalt in Kolumbien

Im Schatten der Corona-Krise zieht eine Welle der Gewalt über Kolumbien. Stark betroffen ist auch die Region Valle del Cauca, wo terre des hommes schweiz in der Gewaltprävention mit Jugendlichen arbeitet. Bewaffnete Gruppierungen bekräftigen dort mordend ihre Territorialansprüche und beseitigen politische Gegnerinnen und Gegner. Erst letzte Woche töteten vermutlich Gangs fünf unschuldige Jugendliche. Im Juni vergewaltigte eine Gruppe Soldaten ein 12-jähriges Mädchen. Wir fordern, dass die Justiz diese Verbrechen verfolgt und dass die Verbrecher nicht straffrei davon kommen.

Weiterlesen »

Zwei peruanische Jugendliche powern durch die Corona-Krise

Die Corona-Krise stellt die Menschen in der peruanischen Hauptstadt Lima und den anderen Grossstädten vor ernste Schwierigkeiten. Hunderttausende haben seit dem Lockdown keine Lebensgrundlage mehr. Die Folgen sind auch bis in die abgelegenen Andendörfern rund um Huancavelica zu spüren. Dort leisten die jugendlichen Brüder Jhoel und Jhon einen zusätzlichen Effort für die Familie und ihre Zukunft.

Weiterlesen »
Schwarzweiss US-Dollar und Cents übereinander

Schweizer Banken müssen Entwicklungsländer entschulden!

Die Corona-krise stürzt viele Entwicklungsländer in Notlagen. Schweizer Banken stehen als wichtige Gläubigerinnen dieser Länder in der Verantwortung. Wir fordern mit 10 anderen Schweizer Organisationen den Bund auf, einen runden Tisch einzuberufen, um die Modalitäten eines Schuldenerlasses zu verhandeln.

Weiterlesen »
Nach oben blättern