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Kinderehen

Kinderehen

Mit 12 Jahren Ehefrau - eine verlorene Kindheit

In Moçambique und Tansania sind Kinderehen immer noch sehr weit verbreitet. In Moçambique werden 48 Prozent der Mädchen vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet, in Tanzania sind es 37 Prozent. Sie müssen die Schule abbrechen, machen keine Ausbildung und sind deshalb häufig abhängig von ihren sehr viel älteren Ehemännern.
Duzende von Mädchen und Frauen tanzen zusammen in der Gruppe.
Mädchen tanzen zusammen an einer Sensibilisierungsveranstaltung.

Durch die Frühverheiratung erhöht sich das Risiko für Mädchen Opfer von häuslicher Gewalt zu werden oder sich mit sexuell übertragbaren Krankheiten wie HIV/Aids anzustecken stark. Werden die Opfer von Kinderehen schwanger, sind Komplikationen bei Schwangerschaft und Geburt vorprogrammiert. Die Gesundheitsrisiken für die jungen Mädchen sind erheblich.

Fortschritliche Gesetze zeigen keine Wirkung
Zwar verfügen Tansania und Moçambique seit Jahren über eine fortschrittliche Gesetzgebung, welche die Kinderehen zur Straftat erklären. Doch trotzdem kommen die Täter noch viel zu oft mit kleinen Geldbussen davon, denn die Vertreter der Justiz sind oft in den traditionellen und patriarchalischen Strukturen eng verhaftet. In der Regel haben die traditionellen Führer das Sagen, die staatliche Gesetzgebung hat sich vor allem in den ländlichen Regionen kaum durchgesetzt.

Zwei Jugendliche spielen vor Publikum eine Theaterszene.

Kurzfristiger Nutzen
Kinderehen werden in grossen Teilen der Bevölkerung als normal angesehen. Ausserdem sehen viele Familien nur den kurzfristigen Nutzen der Frühverheiratung: sie erhalten einen Brautpreis oder meinen durch eine frühestmögliche Heirat ihre Tochter vor sexuellen Übergriffen und einer “Entehrung” schützen zu können. Die langfristigen negativen Folgen werden von ihnen ausgeblendet.

Überzeugungsarbeit auf allen Ebenen
Unsere Partnerorganisationen bieten zum einen individuelle Opferbetreuung für Mädchen, die sich zwar aus einer Zwangsehe befreien konnten, aber nicht in ihre Familien zurückkehren können. Mit breit angelegter Sensibilisierungsarbeit hinterfragen sie die herrschenden kulturellen Praktiken. Sie schulen Eltern, religiöse und traditionelle Führer, Lehrer, Polizei und politisch Verantwortliche sich in ihren Gemeinden gegen Kinderheirat einzusetzen. Sie leisten wichtige Überzeugungsarbeit, welche Vorteile eine gute Ausbildung für Mädchen für die Familien und die ganze Gemeinschaft bietet. Ihre positive Message ist: alle profitieren davon, wenn Mädchen gut ausgebildet werden statt sie schon als Kinder zu verheiraten.

Eine Gruppe von schwarzen Mädchen und Jungen.

Soziale Isolation überwinden
Ausserdem helfen die von den Partnerorganisationen ins Leben gerufenen Mädchenclubs, die soziale Isolation junger Mädchen zu überwinden. Mit psychischer und sozialer Unterstützung und Jugendpartizipation ausgebildete Jugendgruppenleiterinnen vermitteln Gleichaltrigen Informationen über ihre Rechte. Im geschützten Raum der Gruppe können tabuisierte Themen angesprochen werden.

Beispielprojekte Gewalt gegen Mädchen und Frauen

Zukunftsperspektiven für Mädchen und junge Frauen – Partnerorganisation Ebli in Tansania

Ein Leben ohne Gewalt für Mädchen und junge Frauen – Partnerorganisation LeMuSiCa in Moçambique

Roter Hintergrund, die Zeichen für die Geschlechter zusammen in einem und dem Wort Geschlechtergleichheit.

Agenda 2030 – Entwicklungsziel 5.3

Dieser Teil der Projektarbeit bezieht sich auf das Erfüllen des nachhaltigen Entwicklungsziels 5.3 der Agenda 2030 (UNO).

Der Inhalt des Ziels:
“Alle schädlichen Praktiken wie Kinderheirat, Frühverheiratung und Zwangsheirat sowie die Genitalverstümmelung bei Frauen und Mädchen beseitigen.”

Themenverantwortung

Andrea Zellhuber
Entwicklungspolitik und Themenverantwortung Gewaltprävention
061 335 91 52 | andrea.zellhuber(at)terredeshommes.ch
Andrea ZellhuberEntwicklungspolitik und Themenverantwortung Gewaltprävention

061 335 91 52 | andrea.zellhuber(at)terredeshommes.ch

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