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Geschichte des Konflikts

Geschichte des Konflikts

2020

Erneuter Ausbruch des Konflikts

Wiederaufnahme des bewaffneten Konfliktes nach fast 30 Jahren Waffenstillstand. Seit Oktober blockieren Sahrauische Zivilisten die Strasse von Marokko nach Mauretanien, auf der illegal ausgebeutete Ressourcen durch die UNO-Pufferzone in den Süden transportiert werden. Um diese Handelsroute zu räumen, marschiert marokkanisches Militär in die Pufferzone ein, was einen Bruch des Waffenstillstandabkommens von 1991 bedeutet. Die Polisario ihrerseits erklärt, sich auch nicht mehr an das Abkommen zu halten und erklärt den Krieg. Es kommt zu Gefechten entlang der Grenze, im besetzten Gebiet eskalieren die Übergriffe auf sahrauische Aktivisten.  
2020

Juli 2019

Zusammenstösse nach Afrika Cup

Sahrauis im besetzten Gebiet feiern den Sieg der algerischen Nationalmannschaft im Afrika-Cup. Es kommt zu Zusammenstössen auf den Strassen El Aaiuns. Die 24-jährige Sabah Osman, eine sahrauische Englischlehrerin, stirbt auf der Strasse, nachdem sie zwei marokkanische Polizeiautos angefahren und liegengelassen haben.

Juli 2019

Mai 2019

Demissionierung UNO Sondergesandter

Horst Köhler legt sein Amt als UNO Sondergesandter für die Westsahara nach zwei Jahren nieder. Der ehemalige deutsche Bundespräsident versuchte die festgefahrenen Verhandlungen zwischen Marokko und der Polisario wieder in Gang zu bringen. Nach zwei Treffen der Konfliktparteien in Genf demissionierte er aus gesundheitlichen Gründen. Das Amt ist seither vakant.
Mai 2019

2017

Gdeim Izik-Verurteilungen

25 sahraouische Aktivisten werden von einem marokkanischen Gericht zu Haftstrafen zwischen 20 Jahren und lebenslänglich verurteilt. Sie werden beschuldigt, an gewaltsamen Ausschreitungen beteiligt gewesen zu sein, als die marokkanischen Sicherheitskräfte 2010 das Protestcamp bei Gdeim Izik räumten. Internationale Prozess-Beobachter und Menschenrechtsorganisationen sprechen von gefälschten Zeugenaussagen, unter Folter gemachten Geständnissen und weiteren zahlreichen Verstössen gegen einen fairen Prozess.

2017

2016

EU Handelsabkommen: Urteil des europäischen Gerichtshofes

Im Dezember 2016 urteilte der Europäische Gerichtshof (EuGH), dass kein EU Liberalisierungs- oder Assoziationsabkommen mit Marokko auf die Westsahara angewendet werden kann ohne die vorherige Zustimmung des “Volkes der Westsahara”, da die Westsahara ein Gebiet ist mit einem von Marokko “gesonderten und unterschiedlichen Status”.
2016

2015

Regenkatastrophe in den Flüchtlingslagern

Im Oktober geht tagelanger heftiger Regen auf die Flüchtlingslager in der algerischen Wüste nieder. Die Häuser von 7000 bis 11500 Familien sind ganz oder teilweise zerstört, Wasser- und Stromversorgung sind unterbrochen, Infrastruktur wie Kliniken und Schulen zerstört.

News zu den Regenfällen: Sintflutartige Regenfälle zerstören Sahraouische Flüchtlingslager

2015

2010

Niederschlagung friedlicher Protest, Beginn arabischer Frühling

Am 10. Oktober lassen sich 2000 Sahraouis zum friedlichen Protest in einer improvisierten Zeltstadt bei Gdeim Izik nieder, vor den Toren von El Aaiun, der Hauptstadt in der von Marokko besetzten Westsahara. Nach wenigen Tagen sind es 20’000 Menschen. Am 8. November greifen die marokkanische Armee und Polizei das Lager mit Baggern, Hubschraubern, Tränengas und Wasserwerfern an. Die Bilanz laut Menschenrechtsorganisationen: 11 Tote, 723 Verletzte, 159 Verschwundene.
Für Noam Chomsky und andere Fachleute ist diese Demonstration der Beginn des Arabischen Frühlings.

2010

2003

Plan Baker II

Nach der Rückkehr in die Westsahara soll die sahraouische Bevölkerung eine Regierung und ein Parlament aus ihren Reihen wählen. Nach spätestens 5 Jahren soll ein Referendum durchgeführt werden, für das auch all jene – marokkanischen – Personen zugelassen sein sollen, die seit 1999 ununterbrochen in der Westsahara wohnen. Die Polisario akzeptiert diesen Plan II, obschon er von den Sahraouis grosse Konzessionen verlangt. Marokko lehnt den Plan ab.

2003

2002

Sicherheitsrat-Gutachten zu Ressourcenausbeutung

Der Rechtsberater Hans Corell verfasst im Auftrag des UNO-Sicherheitsrates ein Gutachten zur Rechtmässigkeit von Firmen-Verträgen betreffend Ölsuche im besetzten Gebiet. Er kommt zu Schluss, dass die Ausbeutung von Ressourcen in einem nicht-selbstregierten Gebiet nur legal ist, wenn die betroffene Bevölkerung dazu ihr Einverständnis gegeben hat.

2002

2001

Plan Baker I

James Baker, Sondergesandter der UNO, schlägt folgendes vor: Die Sahraouische Bevölkerung darf in das Gebiet der Westsahara zurückkehren. Die Westsahara erhält den Status einer autonomen Region, bleibt aber Teil des marokkanischen Staates. Die Polisario lehnt den Vorschlag ab und verlangt die Respektierung des Friedensplans von 1991 mit der Durchführung des Referendums.

2001

1992

Das Referendum austricksen

Marokko fordert zusätzliche 120 000 Menschen in die Wählerlisten aufzunehmen, weshalb das Referendum verschoben wird. Diese Taktik, marokkanische Bürger und Bürgerinnen anzusiedeln und mitabstimmen lassen zu wollen, behält Marokko bis heute bei.

1992

1991

Waffenstillstand, Ankündigung des Referendums

Die UNO vermittelt einen Waffenstillstand zwischen Marokko und der Polisario. Bedingung ist die Durchführung einer Volksabstimmung (Referendum), in der die Sahraouis über die Zukunft der Westsahara abstimmen können.
Die Mission der Vereinten Nationen zur Durchführung eines Referendums (MINURSO) wird im Gebiet stationiert.

1991

1980

Die Mauer

Marokko beginnt mit dem Bau einer Mauer in Form eines Sandwalls, genannt Berm. Sie trennt das ressourcenreiche besetzte Gebiet mit Meerzugang vom schmalen Streifen des befreiten Gebietes im kargen Landesinneren. Die Mauer ist mit 2‘700 km nach der chinesischen die zweitlängste der Welt. Entlang der Mauer liegt ein dichter Teppich Landminen.

1980

1979

Mauretanien geht, Marokko weitet aus

Mauretanien verzichtet auf seinen Anspruch, Marokko weitet die Besetzung auf den Süden aus.

1979

1976

Gründung der DARS

Die Sahraouische Bevölkerung ruft aus dem Exil die DARS (Demokratische arabische Republik Sahara) aus.

1976

November 1975

Besetzung, Bombardierung, Flucht

Spanien, Marokko und Mauretanien unterzeichnen das „Madrider Abkommen“, in dem die Westsahara zwischen Marokko und Mauretanien aufgeteilt wird.
Spanien zieht sich aus der Westsahara zurück und erlaubt Marokko (aus dem Norden) und Mauretanien (aus dem Süden) die Invasion. Marokko bombardiert die Flüchtenden mit Napalm und weissem Phosphor. Viele Sahraouis fliehen mit nichts als den Kleidern am Leib in die algerische Wüste, wo sie seither in fünf Flüchtlingslagern leben.

November 1975

Oktober 1975

Entscheid des Internationalen Gerichtshofes

Der Internationale Gerichtshof in Den Haag fällt folgendes Urteil: Weder Marokko noch Mauretanien haben historische Ansprüche auf das Gebiet; die Bevölkerung der Westsahara hat ein Recht auf Selbstbestimmung.

Oktober 1975

1973

Gründung der Polisario

Einige Sahraouis gründen die Befreiungsbewegung Polisario (Volksfront zur Befreiung von Saguia el Hamra und Río de Oro). Sie leistet bewaffneten Widerstand mit dem Ziel, das Gebiet von der spanischen Kolonialherrschaft zu befreien.

1973

1965

Wiederholte UNO-Forderungen

Die UNO fordert mehrfach von Spanien, die Westsahara zu entkolonialisieren und ein Referendum durchzuführen.

1965

1963

Nicht-selbstregiertes Gebiet

Die Westsahara erhält den UNO-Status eines Non-Self-Governing Territory. Marokko ist bis heute NICHT als Administrativ-Macht gelistet und hat demzufolge bis heute keinerlei Legitimation, das Gebiet zu verwalten.

1963

1961

Umgehung der UNO-Resolution

Spanien ernennt die Sahara zur spanischen Provinz, um so die UNO-Resolution zur Entkolonialisierung zu umgehen.

1961

1884

Spanische Kolonie

Das Gebiet der Westsahara wird zur spanischen Kolonie.

1884
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