Panashe Sibanda und Janet Mutandwa mussten beide die Schule abbrechen. Heute führen sie gemeinsam einen eigenen kleinen Hof. Eine Ausbildung in klimaresilienter Landwirtschaft hat ihnen neue Perspektiven eröffnet. Ihre Geschichte zeigt: Bildung kann Türen öffnen.
Panashe Sibanda (22) und Janet Mutandwa (20) leben in einem kleinen Dorf in den Midlands Simbabwes. Der nächstgrössere Ort Kwekwe ist zwei Autostunden über holprige Staubpisten entfernt. Ein Mini-Bus fährt zweimal täglich vorbei. Hier baut das junge Paar Gemüse an und hält Tiere. Was sie selbst nicht essen, verkaufen sie auf dem Markt in Kwekwe.
Was ihnen fehlt, ist fliessendes Wasser. Noch tragen Panashe und Janet Wasser in schweren Kübeln vom Bohrloch der Nachbar*innen zu ihrem Hof. Als Dank half Panashe ihnen, ein Tropfbewässerungssystem zu bauen. Das zeigt, wie viel sich für ihn verändert hat: Früher war er selbst auf Hilfe angewiesen. Heute kann er sein Wissen weitergeben und andere unterstützen.

«Früher kämpfte ich ums Überleben. Dass ich heute anderen helfen kann, bedeutet mir viel.»
Panashe Sibanda, 22, Bauer in Simbabwe
Zum ersten Mal haben sie ein regelmässiges Einkommen, genug zu essen und können sogar ein wenig sparen. Noch vor ein paar Jahren sah ihre Zukunft ganz anders aus. Beide mussten die Schule abbrechen, weil die Familien die Gebühren nicht mehr bezahlen konnten. Panashe verdiente ein paar Dollar in den illegalen Goldminen und schlug sich mit Betteln durch. Eine Perspektive, wie es weitergehen könnte, hatten beide nicht.


In einem Ausbildungskurs zu klimaresilienter Landwirtschaft unserer Partnerorganisation lernten sich Panashe und Janet kennen. Dort eigneten sie sich Wissen an über ökologische Landwirtschaft und Bewässerung, Viehzucht und Stallbau, Betriebsführung und Finanzen. Zum Start erhielten sie 25 Hühner und Coaching für den Aufbau ihres eigenen Betriebs. Auch Familienplanung und HIV/Aids waren Teil der Ausbildung – Themen, über die in Simbabwe sonst kaum gesprochen wird.
«Ich kam mit viel Wissen zurück von der Ausbildung in klimaresilienter Landwirtschaft. Nun kann ich im Garten mein eigenes Gemüse ernten und wenn die Hühner gross genug sind, haben wir Fleisch.»
Janet Mutandwa, 20, Bäuerin in Simbabwe

Inzwischen hat sich auf dem Hof von Janet und Panashe einiges weiterentwickelt. In selbstgebauten Ställen halten sie heute 100 Hühner, 50 Küken und neu auch Kaninchen. Im bewässerten Gemeinschaftsgarten bauen sie zudem klimaresistentes Gemüse wie Kohl, Kürbis, Tomaten und Lattich an. Mit dem Verkauf von Eiern, Küken, Hühnerfleisch und Gemüse verdienen sie monatlich 70 bis 100 US-Dollar.
Panashe und Janet haben noch viel vor. Sie sparen auf ein eigenes Bohrloch mit Tropfbewässerung. So könnten sie unabhängig von den Nachbar*innen Wasser nutzen und auch auf ihrem eigenen Hof Gemüse anbauen. Eine Familie möchten sie erst gründen, wenn sie sich eine stabilere Lebensgrundlage aufgebaut haben. Der eigene Hof ist für das junge Paar erst der Anfang.
Bildung öffnet Türen
Mit Ihrer Spende unterstützen Sie Jugendliche in Simbabwe und weltweit dabei, Wissen und praktische Fähigkeiten zu erwerben, ein eigenes Einkommen zu erzielen und ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. 100 Franken ermöglichen z. B. einen einmonatigen Ausbildungskurs in klimaresilienter Landwirtschaft.


