Manchmal reicht ein Lächeln, um eine Tür zu öffnen: Younes Essaboni, Student und Mitarbeiter an den Infoständen von terre des hommes schweiz, erzählt, wie er nicht nur über Projekte informiert, sondern auch gesehen hat: Jede Begegnung ist eine Chance. Es sind Momente, die zeigen, was passiert, wenn man Engagement wortwörtlich auf die Strasse trägt.
Öffentliche Plätze, wechselndes Wetter und unzählige Begegnungen: Mit Infoständen an diversen öffentlichen Standorten in der Deutschschweiz spricht terre des hommes schweiz Menschen direkt auf der Strasse an. Das sind Orte der Begegnung, an denen aus Skepsis Interesse wird, aus Distanz Nähe entsteht. Diese regelmässigen Kampagnen informieren Interessierte über unsere Arbeit und unsere Jugendprojekte – und gewinnen im besten Fall auch neue Unterstützer*innen.
Als Teil des letztjährigen Teams war es für Younes Essaboni vor allem eines: intensiv und überraschend persönlich. «Einmal fragte mich jemand, ob wir wirklich bei jedem Wetter draussen stehen. Als ich ‹Ja› sagte, hat er nur gelacht und meinte: ‹Respekt, das ist echter Einsatz.›» Solche Momente sind dem Studenten besonders in Erinnerung geblieben. Sie zeigen, wie sichtbar Engagement wird, wenn man es wortwörtlich nach draussen trägt – und wie schnell aus Neugierde echte Gespräche entstehen.
Wenn Distanz zu Nähe wird
Nicht alle Passant*innen wussten sofort, wieso sie angesprochen werden und worum es beim Informationsstand geht. «Eine ältere Dame dachte zuerst, wir wollen ihr etwas verkaufen. Als sie gemerkt hat, dass es sich bei der Arbeit von terre des hommes schweiz um Projekte mit echtem Mehrwert handelt, war sie total erleichtert.» Genau diese kurzen Wendepunkte machten viele Gespräche in den Augen des Studenten wertvoll – Skepsis wich Interesse, Distanz wurde zu Nähe.
Engagement kennt kein Alter
Manche Begegnungen haben Younes besonders berührt: «Am meisten hängen geblieben ist mir ein Mann, der bereits sehr gut über unsere Arbeit informiert ist. Er wollte eigentlich nur wissen, wie er mithelfen kann», erinnert er sich. «Ich war echt baff – mit 84 Jahren hat er ganz selbstverständlich über Twint für unsere Jugendprojekte gespendet.» Für Younes ein starkes Zeichen dafür, dass Engagement keine Altersfrage ist.
Sinnvolle und zeitgemässe Projekte
Die Resonanz der Strassenaktionen, um terre des hommes schweiz sichtbarer und bekannter zu machen, war insgesamt ermutigend. «Unsere Projekte wurden oft als sinnvoll und zeitgemäss wahrgenommen.» Natürlich gab es auch andere Momente: «Einige Passant*innen hatten gar keine Lust auf ein Gespräch – da war meistens nicht viel zu machen und die Gespräche waren sehr kurz. Das gehört aber irgendwie dazu», weiss Younes aus Erfahrung.
Während seiner Einsätze für terre des hommes schweiz überwog für den Berliner das Positive: echte Gespräche mit den unterschiedlichsten Menschen, ehrliches Interesse und das Gefühl, mit direktem Einsatz etwas zu bewegen. Genau dort, wo Menschen unterwegs sind. Bei jedem Wetter.


