fbpx

8. Februar 2018

Schweiz tauscht guten Ruf für Waffengeschäfte ein

Gruppenbild
Gruppenbild

Anfang November 2017 wurde bekannt, dass Schweizer Rüstungsunternehmen künftig auch in Bürgerkriegsländer exportieren wollen. Dafür wäre eine Lockerung der Export-Verordnungen nötig. terre des hommes schweiz unterstützt deshalb gemeinsam mit 24 Organisationen einen Brief der Gruppe Schweiz ohne Armee (GSoA) an die Sicherheitspolitische Kommission. Gleichzeitig plant das staatliche Rüstungsunternehmen Ruag, in Brasilien eine Munitionsfabrik zu bauen.

In einem gemeinsamen Brief an die Sicherheitspolitische Kommission des Ständerates forderten 13 Schweizer Rüstungsunternehmen die Export-Bestimmungen zu lockern. Während einer offiziellen Sitzung des Rates erhielten sie die Gelegenheit zu erläutern, dass sie in Zukunft gerne auch in Bürgerkriegsländer Kriegsmaterial exportieren möchten. Bereits jetzt wird Rüstungsmaterial in Länder exportiert, die in bewaffnete Konflikte involviert sind, die nicht auf dem eigenen Staatsgebiet stattfinden. Eine weitere Lockerung der Export-Verordnungen wäre verheerend. Aus diesem Grund unterstützt terre des hommes schweiz mit 24 weiteren Organisationen einen Brief der Gruppe Schweiz ohne Armee (GSoA) an die Sicherheitspolitische Kommission des Ständerates, die als erste darüber entscheidet. Der Brief fordert die Kommission auf, dem Wunsch der Rüstungsunternehmen nicht zu entsprechen.

Brasilien – drastisch erhöhte Mordrate
Im Dezember letzten Jahres kündigte der Rüstungskonzern des Bundes, die Ruag, in Brasilien eine Munitionsfabrik bauen zu wollen. Die Ruag hofft, das Monopol des brasilianischen Munitionsherstellers CBC zu brechen. Dies sind beängstigende Entwicklungen sowohl für Brasilien als auch für die Schweiz. Die Zahl der Morde hat in Brasilien in den letzten 10 Jahren drastisch zugenommen, wobei 48 Prozent der Opfer zwischen 15 und 29 Jahre alt sind. 72 Prozent der Ermordeten wurden erschossen. Es gibt zahlreiche Studien, die belegen, dass mehr verfügbare Waffen auch mehr Tote bedeuten. So ereignen sich viele Morde mit Schusswaffen im Affekt, zum Beispiel bei Streitereien in einer Bar. Da in Brasilien immer mehr Waffen in Umlauf sind, ist der Preis für Waffen auf dem Schwarzmarkt gefallen, wodurch auch immer mehr Kleinkriminelle Zugang zu ihnen haben.

Schweizer Ruf steht auf dem Spiel
Die Schweiz ist stolz auf ihren Ruf als neutraler Partner und Friedensvermittlerin. Wenn sie die Bestimmungen für Exporte von Kriegsmaterial lockert und der staatliche Rüstungskonzern international expandiert, riskiert sie diesen guten Ruf. terre des hommes schweiz richtet sich mit 24 weiteren Organisationen mit einem offenen Brief an den Ständerat.

Lesen Sie auch

Die Kinderrechte wirklich kennen: Lehr-Material für eine solidarische Schule

Medienmitteilung – Zum Internationalen Kinderrechtstag veröffentlichen vier Schweizer Organisationen für die Rechte und Perspektiven von Kindern und Jugendlichen ein pädagogisches Toolkit für Fachpersonen in den Bereichen Schule und Bildung. Es fokussiert das Thema Spiel, Freizeit und Erholung. Das Toolkit kann kostenlos heruntergeladen werden auf der Website www.children-rights.ch.

Weiterlesen »

COP26 in Glasgow: Feuriges Engagement für eine kühlere Zukunft

Zwei Wochen lang wird an der Klimakonferenz über die Zukunft der nächsten Generationen verhandelt. Der People’s Summit, der Gipfel der Zivilgesellschaft vom 7. – 10. November, veranstaltet zahlreiche online Events. Diesen Samstag 6. November findet ein globaler Off- und Online Aktionstag statt – mit dabei auch unsere langjährige Partnerorganisation Centro Sabiá aus Brasilien.

Weiterlesen »

Zuger Firma EuroChem importiert wieder Phosphat aus der Westsahara nach Europa

Medienmitteilung – Der Düngemittelproduzent EuroChem mit Hauptsitz im schweizerischen Zug hat im Oktober eine Schiffsladung Phosphat-Gestein aus der Westsahara in Estland in Empfang genommen. Der Phosphat-Abbau in der besetzten Westsahara verstösst gegen internationales Recht. Der Import des Phosphat-Gesteins aus der ehemaligen spanischen Kolonie ist deshalb unethisch und die Firma handelt unglaubwürdig.

Weiterlesen »
Nach oben blättern