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11. März 2015

Buen vivir: Sensibilisierung in Medellin

Ein grosser Platz mit Bühne und er ist voll von Menschen.
Ein grosser Platz mit Bühne und er ist voll von Menschen.

Vor vierzehn Jahren wurde das Jugendprojekt imagine ins Leben gerufen. Seither ist es international gewachsen. Vor zehn Jahren trat das erste Partnerprojekt in Brasilien hinzu. Heute umfasst es vier Jugendgruppen auf drei Kontinenten, die sich gemeinsam für mehr Respekt und weniger Diskriminierung einsetzen.
Ein kurzer Blick auf imagine international Kolumbien von Xenia Jehli, Organisationskomitee imagine international.

Neben der hochgradigen Jugendpartizipation und der Vernetzungsarbeit ist die Sensibilisierung ein Herzstück von imagine international. Leitthemen wie Diskriminierung, Ausgrenzung, Mitbestimmung und Diversität sind dabei allen Gruppen gemeinsam. Doch welche thematischen Schwerpunkte sich die Jugendlichen in ihrer Sensibilisierungsarbeit jeweils setzen, hängt von ihren Bedürfnissen und Lebensumständen ab. Ein Kernthema der Gruppe in Kolumbien ist das Recht an der Stadt und dem Territorium.
Unsichtbare Grenzen überwinden
In der Millionenmetropole Medellín sind die Jugendlichen immer noch stark von den Folgen der Drogenkriege betroffen. Arbeitslosigkeit und in der Folge Armut und Gewalt, sind stets präsent. Die Stadt ist von sogenannten unsichtbaren Grenzen durchzogen, meist Strassen oder Kreuzungen am Ende des Hoheitsgebiets einer Drogenbande. Ein versehentliches Übertreten dieser Grenzen kann unter Umständen den Tod bedeuten. Auch gewisse Plätze oder Pärke werden in Anspruch genommen und deswegen von der Bevölkerung gemieden.
Öffentliche Plätze wieder nutzbar machen
Eines der Ziele von imagine Kolumbien ist es, genau solche Orte neu zu besetzen, in dem sie dort zusammen mit anderen Gruppierungen öffentliche Events unter anderen Vorzeichen veranstalten. Sie laden dazu ein, sich über das eigene Quartier und die Akteure darin bewusst zu werden und sich für die eigenen Rechte stark zu machen. Neben den Diskussionsplattformen möchten die Jugendlichen mit vielfältigen Musik- und Tanzdarbietungen Gegensteuer geben.
Was macht ein gutes Leben aus?
Das Recht am Territorium und dessen Mitgestaltung steht in engem Zusammenhang mit der Leitfrage nach dem “Buen vivir”: Was macht ein gutes Leben aus, welche gemeinsamen Bedürfnisse bestehen und wie können wir den individuellen Bedürfnissen gerecht werden? Diesen und ähnlichen Fragen geht imagine Kolumbien alle zwei Wochen auch mit Jugendlichen von anderen Projekten in der Stadt nach.
imagine Kolumbien hat eine zentrale Funktion
Dabei entstanden bereits einige Videoclips, in denen sie wichtige Erkenntnisse aus der Zusammenarbeit präsentieren und an die weitere Öffentlichkeit bringen. Somit tragen sie Jahr für Jahr eine positive Botschaft an die Jugendlichen, die in der kolumbianischen Gesellschaft starke demographische Gruppe sind. Das generelle Feedback der Besucher von Workshops, Weiterbildungen, Events und dem Festival bestärkt die Gruppe in ihrem Tun: imagine ist durch seine Vernetzung und der gewählten Leitthemen zum Dreh- und Angelpunkt für den jugendlichen Dialog in der Region geworden.

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