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27. Mai 2021

Erstes Flüchtlingsparlament in der Schweiz

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Viel zu oft wird über Flüchtlinge gesprochen, ohne sie nach ihren Anliegen zu fragen. Am 6. Juni findet nun das erste Schweizer Flüchtlingsparlament statt. Die Vorbereitungen der thematischen Kommissionen laufen bereits auf Hochtouren. terre des hommes schweiz unterstützt die Flüchtlingssession.

Flüchtlingspolitik bewegt die Schweizer Politik und Gemüter, das Parlament debattiert und verabschiedet laufend Regeln und Gesetze. Die Betroffenen kommen dabei wenig zu Wort. Am 6. Juni wird in Bern nun das erste Flüchtlingsparlament der Schweiz stattfinden. Seit Ende April bereiten sich rund 75 Geflüchtete aus 19 Kantonen und 15 Ländern in 9 Kommissionen auf die Session vor. An online-Kommissionssitzungen diskutieren sie von ihnen selbst gewählte Asylthemen wie Bildung, Integrationsagenda, Kinderrechte, Abgewiesene Asylsuchende oder den problematischen F-Status für vorläufig aufgenommene Asylsuchende. Unterstützung erhalten sie dabei von Fachpersonen und Mitgliedern der eidgenössischen Räte.

Am Sessionstag tauschen sich die Kommissionen untereinander aus, überarbeiten ihre Berichte und verabschieden schliesslich ihre Forderungen. Die Anliegen werden von Parlamentarier*innen verschiedener Parteien und Organisationen entgegengenommen. Auch terre des hommes schweiz wird an der Flüchtlingssession dabei sein. Wir beschäftigen uns seit langem mit dem Thema Migration und setzen uns für Geflüchtete in der Schweiz ein. In unserer Projektarbeit mit Jugendlichen im In- und Ausland ist Partizipation ein zentraler Grundsatz. Deshalb unterstützt terre des hommes schweiz das von NCBI lancierte Flüchtlingsparlament. Denn viel zu oft wird über Geflüchtete gesprochen – nicht mit ihnen. Roksan Kasem, Vorsitzende der Kommission „Abgewiesene“, meint: „Das Flüchtlingsparlament ist wichtig. Wir sind alle Menschen, egal ob geflüchtet oder nicht. Viele Schweizer*innen kennen uns nicht. Ich setzte mich dafür ein, dass wir besser miteinander leben können.“

Die Menschen in der Schweiz sollen auf die Probleme der Geflüchteten und ihre Lösungsideen aufmerksam gemacht werden – allen voran Parlamentsmitgliedern, welche Entscheide fällen, die Geflüchtete betreffen. Sylvia Valentin

Die Session kann ab 13.30 Uhr hier live verfolgt werden. Am Montag 21. Juni werden die Ergebnisse des Flüchtlingsparlaments von den Teilnehmenden an einer öffentlichen Abendveranstaltung in Bern präsentiert.

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