Agenda 2030: Zivilgesellschaft verlangt «Mut zu echter Nachhaltigkeit»

Die Schweiz ist nicht auf Kurs. Der vierte Länderbericht zur Umsetzung der Agenda 2030 ist ernüchternd: Vier Jahre vor Fristende sind die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung bei Weitem nicht erreicht. Als Reaktion darauf haben mehr als 13’000 Menschen eine Petition an den Bundesrat unterzeichnet und fordern «Mut zu echter Nachhaltigkeit».

Während in Teilbereichen wie den erneuerbaren Energien leichte Fortschritte erkennbar sind, verschärfen sich soziale Ungleichheiten und die Umweltkrise weiter. Der Bundesrat räumt selbst ein, dass zentrale Ziele – insbesondere in den Bereichen nachhaltiger Konsum, Klima, Biodiversität, Armutsreduktion, bezahlbarer Wohnraum, Diskriminierungsschutz und Entwicklungshilfe – verfehlt werden. Statt notwendige Massnahmen zu ergreifen, steht der Bundesrat auf die Bremse und stuft die Priorität der Agenda 2030 herunter.

«Die Schweiz hat das Potenzial, durch Investitionen in Nachhaltigkeit eine internationale Vorreiterrolle einzunehmen – als Garant für Sicherheit und Wohlstand. Stattdessen verwaltet der Bundesrat den Status quo und kapituliert vor den Herausforderungen», kritisiert Rianne Roshier, Direktorin der Plattform Agenda 2030.

Impulspapier «Mut zur Nachhaltigkeit»

In ihrem Impulspapier «Mut zur Nachhaltigkeit» legt die Plattform Agenda 2030 einen konkreten und konstruktiven Fahrplan vor.

Als Antwort auf den mangelnden politischen Willen fordert die Zivilgesellschaft in einer Petition echte Nachhaltigkeit und eine konsequente Einhaltung der Verpflichtung, die 2015 ratifizierten 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung umzusetzen. Die Schweiz soll einen detaillierten Fahrplan mit verbindlichen und konkreten Massnahmen vorlegen, der erklärt, wie die Schweiz die Ziele bis 2030 erreichen will.

Die zivilgesellschaftliche Plattform Agenda 2030, in der 50 Vereine, Verbände, NGOs und Gewerkschaften zusammengeschlossen sind, appelliert an den Bundesrat, in den verbleibenden vier Jahren bis 2030 mutige Schritte zu unternehmen:

  1. Entwicklungszusammenarbeit
    Erreichen des UNO-Ziels von 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens (BNE) für die internationale Zusammenarbeit – für Friedensförderung, Stärkung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, internationalen Klimaschutz, humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit.
  2. Armutsbekämpfung
    Eine ambitionierte Strategie mit wirksamen Massnahmen zur Reduktion der Armut und zur Förderung von Chancengerechtigkeit in der Schweiz.
  3. Klima und Subventionen
    Konsequenter Abbau umweltschädlicher Subventionen und ein starkes Engagement an der kommenden Klimakonferenz COP31 im November in der Türkei.
  4. Wirtschaftsstandort
    Stärkung der Kreislaufwirtschaft sowie Einführung ambitionierter Umwelt- und Sozialstandards für Unternehmen und den Finanzplatz.

Diese Forderungen hat die Zivilgesellschaft in ihrem Statement in New York zum Länderbericht der Schweiz am 13. Juli 2026 eingebracht. In ihrer Stellungnahme zuhanden der UNO schreibt sie:

Artikel teilen:

Weitere Artikel