4. Oktober 2018

Brasilien wählt seine Zukunft

Frau mit Ele Nao-Schild im Haar und Ele Nao-Ring
Frau mit Ele Nao-Schild im Haar und Ele Nao-Ring

Am Sonntag wählt Brasilien seinen Präsidenten und es steht viel auf dem Spiel. Als Favorit gilt der rechtsnationale Jair Bolsonaro, der immer wieder mit sexistischen, rassistischen und gar antidemokratischen Aussagen auffällt. Sollte Brasilien ihn wählen, blühen dem Land schwere Zeiten.

Der grösste Fehler der Militärdiktatur war, dass sie folterte und nicht tötete.” Das ist nur eine der vielen alarmierenden Aussagen von Jair Bolsonaro. Er könnte ab Sonntag in Brasilien zum Präsident gewählt werden. Mit seiner Sympathie für die mordende und folternde 21-jährige Militärdiktatur bis 1985 hält er nicht zurück. Sein Kandidat für das Amt als Vize-Präsident stellt gar einen neuen Militärputsch in Aussicht, “falls das Land es braucht”.

Auf eine repressive Politik muss sich das Land aber auch mit einem demokratisch regierenden Bolsonaro einstellen. Ganz wie sein erklärtes Vorbild Donald Trump äussert sich Bolsonaro regelmässig abschätzig gegenüber Frauen, Menschen afro-brasilianischer Abstammung und Homosexuellen. Trotzdem scheint er für die brasilianische Wählerschaft ein wählbarer Kandidat zu sein. Seit seinem ärgsten Kontrahenten Luiz Lula da Silva die Zulassung entzogen wurde, rangiert Bolsonaro in Umfragen ganz oben. Allerdings votieren viele aus Protest gegen die skandalgebeutelten Arbeiterpartei PT.

Kurz vor der Wahl haben sich die Gegner Bolsonaros nochmals mobilisiert. So demonstrierten in Brasilien vergangenen Samstag landesweit mehrere hunderttausend Menschen unter dem Banner “der nicht”. Gemeint ist damit Bolsonaro. Der Widerstand gegen ihn entstammt einer breiten Basis der Bevölkerung. Vor allem Frauen treiben die Proteste in verschiedenen Städten voran und rufen über das Internet zu Massenprotesten auf. Innerhalb kurzer Zeit hatte die Gruppierung “Frauen gegen Bolsonaro” 3.4 Millionen Follower.

Wie gross der Unmut gegen Bolsonero ist, zeigen Bilde rund Videoaufnahmen auf Facebook eindrücklich. Jugendliche und Mitarbeitende unserer Brasilianischen Partnerorganisationen beteiligten sich an diesen Protesten und mobilisierten zahlreiche Menschen in diesem Bekenntnis für Demokratie und Menschenrechte.”

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