28. Mai 2020

Mosambik: Jugendliches Engagement gegen Covid-19

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Das Corona-Virus breitet sich in mehreren Provinzen Mosambiks aus, auf bisher unentdeckten Wegen. Die Prävention bleibt darum der wichtigste Schutz für die Menschen, denn die Gesundheitsversorgung ist der Pandemie nicht gewachsen. In Chimoio leisten Jugendliche einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen das Corona-Virus. Sie verbreiten Informationen und Hygieneartikel, die sich viele nicht leisten können.

Bei etwas mehr als 9300 Tests bei Verdachtsfällen kann niemand genau sagen, wie viele von den 30 Millionen Menschen in Mosambik tatsächlich angesteckt sind. Das Virus verbreitet sich unter dem Radar der Behörden aus. Erst vor ein paar Tagen wurden Erkrankte gefunden, die keinen Kontakt zu bekannten Fällen hatten. Gestern erlag die erste Person dem neuartigen Coronavirus: ein 13-jähriges Mädchen mit Vorerkrankungen. 

Mittlerweile hat das Corona-Virus auch die Provinz Manica erreicht. Zum Glück wurde bisher nur eine Person positiv getestet, eine grössere Ansteckungswelle könnte sich dort noch verhindern lassen. In der Provinzhauptstadt Chimoio helfen die Jugendlichen aus unserer Partnerorganisation Centro Aberto de Jesus (CAJ) den Behörden jetzt im Kampf gegen das Corona-Virus. Sie leisten einen wichtigen Dienst in den Quartieren der Stadt. 

So viele Menschen wie möglich 

Zwei Dutzend Jugendliche gehen aktuell täglich von Haus zu Haus, um den Menschen die Gefahr bewusst zu machen und die offiziellen Hygienemassnahmen zu erklären: 1.5 Meter Abstand halten, regelmässig Händewaschen und in die Armbeuge husten und niesen. Sie versuchen so viele Menschen wie möglich zu erreichen, damit sie sich gegen das Virus schützen. Vor allem auf dem Land ist das wichtig, denn hier gibt es keinen Radioempfang, Fernsehen und Zeitungen noch viel weniger. 

Die Gesundheitsversorgung in den ländlichen Provinzen ist sehr dürftig und Hygieneartikel sind entweder kaum zu bekommen oder nicht erschwinglich. Jugendliche im Schneidern haben darum aus Stoff in Handarbeit 1500 einfache Schutzmasken produziert. Ein Handwerk, das sie bei unserem Partnerprojekt CAJ erlernt haben.  

«Es ist schön, dass die Jugendlichen, die wir ausgebildet haben, nun etwas zurückgeben und so ihrem Umfeld helfen können», sagt Jonas Wagner-Mörsdorf, der Programmkoordinator von Mosambik.

Fast 100 Familien wurden bereits versorgt und im Umgang mit den Masken geschult, denn sie lassen sich wiederverwenden. Viel wichtiger ist aber das regelmässige Händewaschen und Desinfizieren. Auch dafür sorgen die Jugendlichen. Zusammen mit den Masken bekommen die Familien je ein grosses Stück Seife, einen Liter Javelwasser und einen Wassereimer zum Händewaschen. Im ländlichen Mosambik fehlt es an den einfachen Sachen. 

Jugendliche haben Einfluss 

Mit ihrer Initiative haben die Jugendlichen dazu beigetragen, dass in Chimoio bisher keine Panik ausbrach. «Die Warnungen wurden gut aufgenommen und die Leute nehmen die Lage ernst. Sie halten sich bislang an die Hygienevorschriften, das ist sehr wichtig», sagt Jonas. Es sei wichtig, dass die Jugendlichen den Leuten ohne Rundfunk und Zeitungen erklären, was Corona ist und was die Massnahmen sollen.  

Die Jugendlichen von CAJ haben sich bei den Behörden bereits einen Namen gemacht. «Wegen ihrer guten Expertise und Erfahrung hat die Provinzverwaltung aktiv den Kontakt zur CAJ gesucht», sagt Jonas, «Unsere Partner geniessen auch wegen ihrem Einsatz nach den Wirbelstürmen vor einem Jahr ein hohes Ansehen.» Bei den Aktivitäten nahmen Gemeindevorsteher, Mitarbeiter der Provinzverwaltung und Medien vor Ort einen Augenschein. Immer mit dem vorgegebenen Abstand natürlich. 

Um sicherzugehen, dass die Menschen die Präventionsmassnahmen auch einhalten und das verteilte Material benützen, sind Kontrollbesuche geplant. Springt nur ein bisschen vom Engagement der Jugendliche auf die Leute in Chimoio über, gibt es Grund zur Hoffnung. Dann bleibt es dort bei wenigen Einzelfällen.


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