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3. Juni 2022

Lennons Traum lebt weiter

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imagine, das selbstorganisierte Projekt von terre des hommes schweiz für Vielfalt und gegen Diskriminierung, hat Geburtstag. Die pionierhafte Initiative, benannt nach dem legendären Song von John Lennon, ist mehr als ein Festival und hat eine Wirkung, die weit über den Bühnenrand hinausgeht.

Alles begann mit einer spannenden Idee – ein Musikfestival gegen Rassismus, mit junger Kultur und thematischen Anstössen, im Herzen von Basel. Als 2001 einige engagierte Jugendliche das erste imagine-Festival auf dem Barfüsserplatz zum Leben erweckten, dachte wohl niemand von ihnen, dass sich dieser überschaubare Anlass in nur wenigen Jahren zum grössten, jährlich stattfindenden Openair in der Nordwestschweiz entwickeln würde – mit und 30 000 Besucher*innen pro Ausgabe.

Raum für vielfältige Meinungen

Auch wenn die grosse Bühne und die laute Musik noch immer das populäre Aushängeschild von imagine darstellen, lohnt sich der genaue Blick neben die grell beleuchtete Festivalbühne. Ob sensibilisierende Workshops in Schulen und Vereinen, kreative thematische Anlässe in Cafés oder kulturelle Veranstaltungen in Clubs und Konzertlokalen – die Welt von imagine ist bunt, vielfältig und engagiert. Den roten Faden bildet der Slogan «Für Vielfalt. Gegen Diskriminierung» in all seinen Facetten.

Diese Botschaft spiegelt eine Wertehaltung. Dennoch kommt imagine ohne Zeigefinger und Vorwurfshaltung aus, sagt Til Hänggi, Co-Koordinator des Bereichs Sensibilisierung: «imagine bietet eine Plattform, um relevante und belastende Themen für uns Jugendliche zu kanalisieren und zu thematisieren. Dabei möchten wir Diskussion und Austausch anregen. Wir wollen nicht diktieren, was richtig oder falsch ist, sondern einen Platz bieten für vielfältige Meinungen. Wir wollen Nischen und Freiräume schaffen.»

Positive Erfahrungen für den Wandel

Diversität, Individualität und Chancengleichheit werden in unserer heutigen Welt von mehr Stimmen gefordert als je zuvor. Jugendliche hinterfragen traditionelle Werte und Vorstellungen und verändern, was Jahrzehnte galt, schnell und fundamental.

«Viele sind mit Richtung und Tempo dieser Entwicklungen unzufrieden. Der Rückzug ins Traditionelle, Ausgrenzung sowie Diskriminierung sind Ausdruck von Ablehnung und Überforderung», sagt Luciano Gagliardi, Projektkoordinator für imagine bei terre des hommes schweiz. «Wir brauchen neue Kompetenzen, Strategien und positive Erfahrungen, um mit den gesellschaftlichen Herausforderungen im Kontext der Diversität adäquat umzugehen. imagine leistet da einen Beitrag.»

Stimmen und Gesichter zu 20 Jahren imagine

Zum grossen Jubiläum widmet sich die aktuelle Ausgabe des terre des hommes schweiz magazins ganz dem Projekt imagine – inklusive einer vom Team selbst gestalteten Sonderbeilage.

Und der von Nicola Unfer erstellte Jubiläumsfilm widmet sich den Geschichten und Gesichtern, welche das Projekt imagine über die Jahre geprägt haben. Zusätzlich präsentiert er die Resultate einer kürzlich publizierten Wirkungsmessung, die mit Unterstützung der Stiftung Mercator Schweiz erhoben wurde.

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