Simbabwe sagt nein zu US-Gesundheitsabkommen

Prävention und Aufklärung südliches Afrika, terre des hommes schweiz

Der Wegfall der USAID-Hilfe hat im südlichen Afrika den Zugang zu wichtigen Gesundheitsleistungen stark eingeschränkt, vor allem bei HIV-Prävention, sexueller und reproduktiver Gesundheit sowie bei gemeinschaftsbasierten Programmen. Simbabwes Absage an eine neue US-amerikanische Finanzierung hat weitreichende Folgen.

Seit die US-Regierung sich aus multilateralen Rahmenwerken wie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zurückgezogen hat, konzentriert sich die US-Entwicklungsagentur USAID auf «lebensrettende Massnahmen». Damit fallen Programme zur Prävention, Aufklärung und Stärkung von Gemeinschaften weg. Es entstehen etwa im südlichen Afrika grosse Lücken und Herausforderungen im Gesundheitswesen. Trotzdem verzichtet Simbabwe auf eine neue bilaterale Zusammenarbeit mit den USA.

Im Dezember 2025 lehnte die Regierung ein Finanzierungspaket ab – aus Sorge um die Kontrolle sensibler Gesundheitsdaten seiner Bevölkerung und Bedenken bei den Auflagen zum Datenaustausch. Die Entscheidung zeigt: Die Regierung stuft den Schutz nationaler Gesundheitssysteme und -informationen als wichtig, wenn nicht sogar wichtiger als finanzielle Unterstützung ein.

Steigender Druck vor Ort

Nach einem Jahr ohne USAID sind die Folgen im südlichen Afrika bereits erheblich. Gekürzt wurden HIV-, Tuberkulose- und Malaria-Programme, während Präventionsangebote wie der Zugang zu HIV-Prophylaxe und -Tests sowie jugendgerechte sichere Räume stark reduziert wurden. In Simbabwe wie im restlichen südlichen Afrika verschärft der eingeschränkte Zugang zu Verhütungsmitteln, Schwangerschaftstests oder Behandlung nach einer möglichen HIV-Ansteckung die Versorgungslücken, insbesondere für verletzliche Gruppen. Der Druck auf Gesundheitspersonal und gemeinschaftsbasierte Organisationen nimmt zu – sie müssen eine steigende Nachfrage mit immer weniger Ressourcen bewältigen.

Nodumo Ndhlovu, terre des hommes schweiz

«Der Druck zwingt das Land, die Gesundheitsfinanzierung und lokal gesteuerte, widerstandsfähige Gesundheitssysteme zu stärken. terre des hommes schweiz unterstützt seine Partnerorganisationen darin, die wichtigen Angebote für junge Menschen weiterhin zu gewährleisten.»

Nodumo Ndhlovu, Nationale Koordination Simbabwe und Südafrika

Lokale Organisationen, einschliesslich terre des hommes schweiz und ihre Partner*innen, müssen sich an die neuen Bedingungen und das schwierige Umfeld anpassen. Gleichzeitig steigt der Bedarf nach ihren Projekten und Angeboten. Auf regionaler Ebene drohen grosse Rückschritte in der öffentlichen Gesundheit, während die Ungleichheit beim Zugang zur Gesundheitsversorgung wächst. Dazu gehören die Reduktion von Teenager- Schwangerschaften und Kinderehen sowie schlechtere Bedingungen für die sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte (SRHR), bei der Behandlung von sexuell übertragbaren Infektionen und bei psychischen Belastungen. Dadurch dürften weniger junge Menschen wichtige SRHR-Gesundheitsleistungen erhalten.

Zu mehr Eigenständigkeit

Die kurz- und mittelfristigen Auswirkungen sind gravierend. Die Krise macht aber auch deutlich, wie anfällig die Abhängigkeit von ausländischer Hilfe ist. Der erhöhte Druck zwingt das Land, die eigene Gesundheitsfinanzierung und lokal gesteuerte, widerstandsfähige Gesundheitssysteme zu stärken. terre des hommes schweiz unterstützt seine Partnerorganisationen darin, die wichtigen Angebote für junge Menschen weiterhin zu gewährleisten.

Nodumo Ndhlovu, Nationale Koordination Simbabwe und Südafrika

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