MePower

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Jugendliche mit Fluchthintergrund in der Schweiz sind mit vielen Herausforderungen konfrontiert, bringen jedoch auch viele Ressourcen mit. Im Projekt MePower lernen sie ihre Stärken und Handlungsmöglichkeiten kennen und haben Gelegenheit, sich zu vernetzen. terre des hommes schweiz reagiert damit auf das mangelnde Angebot an psychosozialer Unterstützung für junge Migrantinnen und Migranten.

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Die Jugendlichen – vor allem solche mit ungesichertem Aufenthaltsstatus – leben meist unter schwierigen sozioökonomischen Bedingungen in der Schweiz. Man kann zudem davon ausgehen, dass sie alle sowohl im Herkunftsland als auch unterwegs traumatischen Erfahrungen ausgesetzt waren. Laut einer Studie des Bundesamtes für Gesundheit von 2018 leiden in der Schweiz zwischen 50-60 Prozent der Asylsuchenden unter Traumafolgestörungen. Die Jugendlichen mit Fluchthintergrund in der Schweiz haben viel zu bewältigen und zu verarbeiten. Zusätzlich ist für sie die beschränkte Handlungsmöglichkeit, die sie aufgrund ihres Aufenthaltsstatus haben, ein absolut zentrales Thema. Dies war eine der Erkenntnisse aus einem Pilotworkshop, den terre des hommes schweiz 2019 mit Jugendlichen mit Fluchthintergrund durchgeführt hat.

Vom Süden lernen
Projekterfahrungen mit dem lösungsorientierten Ansatz im Süden brachten terre des hommes schweiz dazu, auch in der Schweiz mit dieser Methode mit Jugendlichen mit Fluchthintergrund zu arbeiten. Die Einschränkungen, die Jugendlichen aus dem Asylbereich erfahren, sind in ihrem Alltag stets präsent. Mangelnde Beschäftigung sowie existentielle Zukunftsängste bei jenen, die sich noch im Verfahren befinden oder deren Antrag abgelehnt wurde, fördern die Negativspirale der Gedanken. Sie sind oft getrennt von ihren Familienangehörigen und häufig fehlt ihnen ein unterstützendes Netzwerk in der Schweiz.

Fokus auf Stärken und konkrete Schritte
Im Projekt MePower in Basel werden sich die Jugendlichen bewusst, welche Stärken und Fähigkeiten sie haben, anstatt auf Probleme zu fokussieren. Sie lernen unterscheiden zwischen Rahmenbedingungen, die sich nicht beeinflussen und Handlungsspielräumen, die sie ausschöpfen können. Welche konkreten nächsten Schritte können sie zur Verbesserung ihrer Situation tun. Sie sollen auch Wertschätzung und Respekt erfahren für alles, was sie zweifelsohne schon erreicht haben auf ihrem langen Weg in die Schweiz.

MePower wird durchgeführt in jährlich zwei mehrtägigen Workshops sowie monatlichen «Stammtischen». Das Projekt dient auch der Vernetzung der Jugendlichen untereinander und sie sollen Informationen dazu erhalten, welche Angebote, Anlaufstellen usw. im Raum Basel für sie interessant sein können.

Psychosoziale Unterstützung fördert Integration

terre des hommes schweiz reagiert damit auf mangelnde Angebote im Bereich psychosoziale Unterstützung für Flüchtlinge. Denn häufig geht es bei den Menschen mit Fluchthintergrund nicht primär um psychische Erkrankungen, sondern zumindest auch um psychosoziale Themen wie Isolation, Orientierungslosigkeit, konkrete organisatorische Herausforderungen in einem neuen Land oder Konfrontation mit Vorurteilen und Ausgrenzung. Psychosoziale Unterstützung fördert auch eine rasche Integration der Jugendlichen mit Fluchthintergrund. terre des hommes schweiz ist deshalb der Meinung, dass es mehr psychosoziale Angebote für junge Flüchtlinge braucht. Zudem setzt sich terre des hommes schweiz dafür ein, dass strukturelle Barrieren abgebaut werden, die junge Menschen mit Fluchthintergrund daran hindern, ihr Potenzial zu nutzen.

Projekte Schweiz

Projektverantwortliche

Sabin Müller
Projekte Schweiz und Fachstelle Jugendpartizipation
061 338 91 40 | Sabin.Müller(a)terredeshommes.ch
Sabin MüllerProjekte Schweiz und Fachstelle Jugendpartizipation

061 338 91 40 | Sabin.Müller(a)terredeshommes.ch

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