21. April 2020

Die wichtigsten News zur Corona-Krise im globalen Süden

Leseempfehlungen
Leseempfehlungen

Die Coronainfektion zieht rasant um die Welt und die Nachrichten überschlagen sich. Unsere Programmkoordinatoren beobachten das Geschehen in den Projektländern und im globalen Süden. Hier geben sie ihre Leseempfehlungen: Das sind die wichtigsten News zum Corona-Krise im globalen Süden.

Mozambique gets creative with handmade anti-virus gear · Global Voices

Cloth masks, reusable protective equipment, and traditional baths to relieve minor symptoms – these are some of the solutions found by Mozambican authorities and citizens as cases of COVID-19 continue to mount in the cash-strapped country. There have been 80 cases of COVID-19 confirmed in Mozambique so far, northern province of Cabo Delgado, according to the Ministry of Health, and no deaths.


 

Pandemie, Enge und Repression in El Salvador – Nachrichtenpool Lateinamerika

(Mexiko-Stadt, 28. April 2020, desinformémonos).- Der Präsident von El Salvador, Nayib Bukele, hat der Nationalpolizei und der Armee eine Schießerlaubnis erteilt, um Mitglieder der von ihm als terroristisch bezeichneten Banden Mara Salvatrucha (MS-13), 18-Revolucionarios und 18-Sureños auf den Straßen festzunehmen (und sie zu töten, falls sie sich ihrer Verhaftung widersetzen).


Bolsonaro skandiert gegen Lockdown und unterstützt mutmassliche Rechtsbrecher

Der rechtsextreme brasilianischen Präsident Jair Bolsonaro will den Lockdown so schnell wie möglich aufheben und besucht eine Demonstration gegen die Restriktionen. Die Statistiken der Todesfälle scheint ihn dabei nicht zu interessieren. Der Vollständigkeit halber: Brasilien zählt heute, am 22.4.20, insgesamt 43 368 Infizierte, wovon 24325 wieder genesen sind und beklagt 2761 Tote. Das sind zumindest die offiziellen Zahlen laut John Hopkins Institut.

Möglicherweise haben die Demonstranten, die der Präsident besucht hat, gegen geltendes Recht verstossen, schreibt der Stern. Sie befürworteten lautstark für eine Militärintervention gegen das Parlament. Bolsonaro äusserte sich bereits früher mehrfach für die vergangene Militärdiktatur, deren Folter und Verbrechen.

Oberstes Gericht wird voraussichtlich Demo mit Bolsonaro-Beteiligung untersuchen

Der Oberste Gerichtshof von Brasilien wird voraussichtlich mögliche Rechtsverstöße bei einer Demonstration gegen die geltenden Corona-Restriktionen untersuchen, an der Präsident Jair Bolsonaro am Sonntag teilgenommen hatte. Der oberste Richter Alexandre de Moraes sprach sich am Dienstag für eine solche Untersuchung aus.

 


 

G20-Schuldenaufschub schön und gut, die CS muss aber mitmachen!

Die Gruppe der 20 führenden Wirtschaftsmächte (G20) gewähren den Entwicklungsländern eine Verschnaufpause. Sie können die insgesamt 20 Milliarden US-Dollar später zurückzahlen und können in die Gesundheitsversorgung investieren. Das gilt aber nur für die Schulden bei den G20-Notenbanken, nicht für private Gläubiger wie Konzerne oder Banken. Das soll sich ändern, denn diese Kredite lasten ebenso schwer. Im Fall von Mosambik muss die Crédit Suisse (CS) nun unbedingt nachziehen und den ohnehin illegitimen Kredit von einer Milliarde erlassen! Mosambik ächzte bereits vor der Coronakrise unter den Folgen der Wirbelstürme, jetzt droht auch noch die Pandemie auszubrechen.

 


 

Zwischen Virusstuhl und neoliberaler Bank

Zwischen Virusstuhl und neoliberaler Bank

Vor allem europäische Tourist*innen und danach Reisende aus den USA haben das Coronavirus in diese Region gebracht, wo sich die Epidemie Ende März 2020 noch weitgehend im Anfangsstadium befindet. Schwache und teilprivatisierte Gesundheitssysteme, in meist hochverschuldeten Ländern mit einem Grossteil der Bevölkerung ohne formelle Anstellung und mit schwachen Sozialversicherungssystemen, lassen für die kommenden Monate Böses ahnen.


 

Young People Struggle To Access ARVs During Lockdown

In Simbabwe und Südafrika herrscht Ausgangssperre. Uns erreichen Berichte aus diensen Ländern, dass HIV/AIDS-Positive Jugendliche nicht mehr zu ihrem Gesundheitszentrum dürfen, um dort ihre Medikamente abzuholen. Das kann sehr gefährlich sein, da die HI-Viren ohne Medikation erstarken und das Immunsytem schwächen können.

Young People Struggle To Access ARVs During Lockdown – HealthTimes

YOUNG People Living with HIV have raised alarm over their struggle to access life saving Antiretroviral drugs and other key sexual reproductive health (SRH) services from health institutions during the lockdown period.

‘We feel abandoned’: HIV positive Tanzanians brace for COVID-19

Arusha, Tanzania – If Mwanyika Thomas had a choice, she would lock herself inside her small home and not venture outside at all. “I have to leave my house to get money for food. But if I didn’t have to, I would never leave,” the 48-year-old said.


 

«So unterschiedlich kämpft Lateinamerika gegen die Coronakrise»

In Lateinamerika erreicht das Corona-Krise die Länder in unterschiedlichen Situationen. Der Tagesspiegel hält uns auf dem Laufenden, wie es einigen süd- und mittelamerikanischen Ländern ergeht, unter anderem in unserem Projektland Nicaragua. Szenen, wie es sie der Tagesspiegel aus Ecuador beschreibt, dürften leider bald auch in anderen Ländern zum Alltag gehören.

So unterschiedlich kämpft Lateinamerika gegen die Coronakrise

Ein Bild aus der Hafenstadt Guayaquil in Ecuador macht die Runde: „Ich habe die Notfallnummer angerufen und keine Hilfe bekommen”, steht auf einem Pappkarton. Darunter liegt eine in eine Decke eingewickelte Leiche auf einer Parkbank, rote Blumen auf der Brust, in die Bank geklemmt ein Sonnenschirm.


 

«Mut zu ungewöhnlichen Maßnahmen»

Ergänzend zum Tagesspiegel-Artikel weiter oben ist dieser Bericht aus anderen Ländern Lateinamerikas empfehlenswert. Deutschlandfunk Kultur beschreibt die schnelle und durchgreifende Reaktion El Salvadors, wo wir mit Projekten tätig sind. Herauszustreichen ist ausserdem die Solidarität Kubas, das seine gut ausgebildeten Ärzte in andere Länder schickt, um Coronapatienten zu behandeln – sogar nach Italien.

Coronakrise in Lateinamerika – Mut zu ungewöhnlichen Maßnahmen

Untragbar und extrem unverantwortlich: Das sagt Migrationsexperte Gerald Knaus über die Situation der Flüchtlinge auf den griechischen Inseln unter den gegenwärtigen verschärften Umständen des Coronavirus. Gerade Lesbos sei eine tickende Zeitbombe. Mehr In der Region Bihać in Bosnien verwandelt die Coronakrise die schon verzweifelte Lage der Flüchtlinge in eine Tragödie.


 

«’We’ll die of hunger first’: Despair as Zimbabwe lockdown begins»

In Zimbabwe treten nun die ersten Coronafälle auf. Das Land ist aber schon seit Längerem in der Krise, denn wegen Ernteausfällen droht eine Hungersnot. Umso mehr ist jetzt die arme Bevölkerungsschicht gefährdet, denn sie müssen täglich mühsam nach Essen suchen und müssen sich in überfüllten Bussen bewegen.

Artikel lesen bei Aljazeera.com (Englisch)


 

«Wie Corona-Fake-News in Nigeria Leben gefährden»

Nur wer weiss, wie sich das Coronavirus überträgt und wie es sich abtöten lässt, kann sich schützen. In Afrika kursieren falsche Informationen über Heilmittel und Behandlungen: So soll einfaches Sitzen in der Sonne helfen oder möglichst viel Sex. Andere behaupten gar, das afrikanisches Blut sei ganz immun. Für die nigerianischen Behörden öffnet sich damit eine zweite Front: Sei kämpfen nicht nur gegen das Virus, sondern auch gegen die Falschinformationen.

Artikel lesen bei der Zeit und zum gleichen Thema bei der ARD-Tagesschau


 

«Covid-19 and the lessons we learned from Aids – getting it right in South Africa»

Fast 3 Millionen Menschen sind in Südafrika bis heute an HIV/AIDS gestorben. Die Pandemie grub tiefe Wunden in die südafrikanische Gesellschaft, denn die Krankheit war und ist wie keine andere mit Scham, Schuld und Stigmata auch für die Angehörigen der Toten verbunden.

Zeichen der Angst, die vom Coronavirus nun wieder geweckt werden. Die Geschichte darf sich nicht wiederholen. Es gilt, aus den Fehlern in der HIV/AIDS-Pandemie zu lernen. Denn nur mit Solidarität lässt sich das Virus aufhalten.

‘We’ll die of hunger first’: Despair as Zimbabwe lockdown begins

Harare, Zimbabwe – It was still early on Sunday morning when Stewart Dzivira, his wife and their two-year-old son, jumped on a bus in Glen View, a densely populated suburb of Harare, to head into Zimbabwe’s capital.


 

«Wenn Gangs für die Gesundheit sorgen»

Die brasilianischen Favelas kümmern die Regierung wenig. «Wenn die Regierung es nicht auf die Reihe bekommt, dann nimmt das organisierte Verbrechen die Sache in die Hand», diese Nachricht erreicht die Bewohner des berühmten Armenviertels «Stadt Gottes». Sie verhängt eine Ausgangssperre, die sie mit Patrouillen durchsetzt. Mehr, als Präsident Bolsonaro gegen die Corona-Pandemie tut.

Artikel lesen bei der Süddeutschen Zeitung


 

Unsere eigenen Nachrichten

Neben den wichtigsten News zur Corona-Krise im globalen Süden informiert terre des hommes schweiz zur Lage in seinen Projektländern. Hier finden sie alle wichtigen Informationen.

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