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29. November 2013

Gewalt gegen Frauen – eine weltweite Epidemie

Infografik über die Gesundheitsrisiken durch häusliche Gewalt.
Infografik über die Gesundheitsrisiken durch häusliche Gewalt.

Viele der Partnerorganisationen von terre des hommes schweiz beschäftigen sich seit Jahren mit der Problematik der geschlechtsspezifischen Gewalt. In Afrika erleidet mehr als jede dritte Frau gewalttätige Übergriffe. Mit diesem Phänomen kämpfen aber nicht nur die Frauen aus Ländern des Südens. Die jährliche Aktion “16 Tage gegen Gewalt an Frauen” macht auf dieses Problem und dessen Folgen aufmerksam.

Im Juni veröffentlichte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen neuen Bericht über Gewalt gegen Frauen. Diese erste systematische weltweite Erhebung kam zu erschreckenden Ergebnissen: Gegen Frauen wird sehr viel häufiger sexuelle und andere körperliche Gewalt angewendet, als bislang vermutet. Weltweit (inkl. der Schweiz) erleiden etwa 35 Prozent aller Frauen Prügel, Vergewaltigungen oder gewalttätige Übergriffe.
Die Auswertung ergab, dass die meisten Gewalttaten gegenüber Frauen innerhalb von Partnerschaften und Beziehungen stattfinden. In Afrika beträgt der Anteil der Frauen, die Gewalt durch ihren Partner erfahren, 36.6 Prozent. Weltweit werden 38 Prozent aller Morde an Frauen von ihren Partnern begangen.
Gewaltopfer anfälliger für Krankheiten
Die Autoren der Studie kamen ausserdem zu dem Ergebnis, dass die Gewalterfahrungen ein ganzes Spektrum von kurzzeitigen und langwierigen Gesundheitsproblemen nach sich ziehen. Neben den körperlichen Verletzungen gibt es auch psychische Langzeitfolgen: Bei Frauen mit Gewalterfahrungen verdoppelt sich das Risiko an Depressionen zu erkranken. Ausserdem erhöhen die traumatischen Erlebnisse die Suizidgefährung, führen häufig zu Essstörungen und fördern Suchtverhalten.
Internationale Kampagne “16 Tage gegen Gewalt an Frauen”
Viele der Partnerorganisationen von terre des hommes schweiz beschäftigen sich seit Jahren mit der Problematik der geschlechtsspezifischen Gewalt in ihren Ländern. Auch dieses Jahr werden sich mehrere unserer Partnerorganisationen an den Aktionswochen “16 Tage gegen Gewalt an Frauen” beteiligen.
In der Zeit zwischen dem 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, und dem 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, finden weltweit Aktionen und Veranstaltungen statt, die zum Handeln gegen Gewalt an Frauen aufrufen. So auch in der Schweiz. Auf der Website des Christlichen Friedensdienstes finden Interessierte eine Übersicht über die Veranstaltungen.
Unsere Partnerorganisationen
Im letzten Jahr haben wir über die Aktion unserer Partnerorganisation LeMuSiCa (Unterstützung von Mädchen und jungen Frauen, die von Gewalt betroffen sind) berichtet:

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Lucas Leão ist Dichter und Menschenrechtsaktivist. Seine Kollegin Cassiane Paixão arbeitet als politische Beraterin und engagiert sich in sozialen Bewegungen. Beide sind jung, afrobrasilianischer Herkunft und machen mit bei CIPÓ. Diese Partnerorganisation von terre des hommes schweiz arbeitet mit benachteiligten schwarzen Jugendlichen in Salvador zum Thema Gewaltprävention. Die Grossstadt Salvador liegt im Bundesstaat Bahia im Nordosten von Brasilien. Lucas und Cassiane erzählen im Interview, wie sie als Schwarze in ständiger Angst vor Gewalt leben. Bei CIPÓ lernen junge Afrobrasilianer*innen wie Lucas und Cassiane ihre menschlichen Grundrechte kennen sowie die Mechanismen von Politik und Justiz in Brasilien. Das stärkt sie als

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